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Liebe Verwandte und Freunde Nächste Woche gibt es keine Predigt, weil ich eine Woche in Innsbruck Exerzitien mache. 29. Sonntag im Jahreskreis 2026 Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus, Kapitel 22, 15-21 In jener Zeit kamen die Pharisäer zusammen und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen. Sie veranlassten ihre Jünger zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen und zu sagen. Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und lehrst den Weg Gottes recht und fragst nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was meinst du: Ist’s recht, dass man dem Kaiser Steuern zahlt, oder nicht? Da nun Jesus ihre Bosheit merkte, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Zeigt mir die Steuermünze! Und sie reichten ihm einen Silbergroschen. Und er sprach zu ihnen: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Predigt Dürfen getaufte Christen, also Kinder des Reiches Gottes, an korrupte Regierungen Steuern zahlen? Ich denke vor allem an unzählige Staaten in Afrika, Asien, Lateinamerika - Staaten, in denen sich korrupte Machthungrige ohne Demokratie durch Bestechung, Mord und Totschlag an die Macht gekämpft haben? Der Kaiser in Rom war auch ein Eroberer, der aus der Ferne kam. Er hatte sich mit Gewalt den kleinen Landstrich Israel unter den Nagel gerissen. Darf der fromme Jude mit den Bartlocken diesem fernen Tyrannen Steuern zahlen? Er schickte ja seine Zöllner, wie Matthäus einer war. Gehört das Geld nicht in die Tempelkasse in Jerusalem? Jesus sagt: Ja – ihr müsst Steuern zahlen. Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist. Und damit sind wir bei der modernen Frage der Trennung von Kirche und Staat. Ja – Jesus ist für die Trennung von Kirche und Staat. Freilich erhebt sich sofort die Frage: Sind Kaiser und der Tempel in Jerusalem denn auf gleicher Ebene? Sind Kirche und Staat auf gleicher Ebene? Sind es parallele, gleich wichtige Gewalten? Und das würde Jesus kräftig verneinen: Sie sind nicht auf gleicher Ebene. Und ich wage persönlich weiterzudenken. Staat ist nur eine Notlösung, verursacht durch die Erbsünde, verursacht dadurch, dass Menschen egoistisch sind. Im Paradies waren sie keine Egoisten, sondern Menschen, die einander respektierten, ja liebten. Damit aber Menschen, die stehlen, lügen, betrügen, miteinander auskommen, brauchen sie einen Staat mit Polizei und vor allem Erziehung. Sie brauchen eine ordnende Macht. Wenn die ersten Menschen nicht gesündigt hätten, bräuchte es keinen Staat. Sie würden friedlich ohne höhere Gewalt miteinander leben. Jesus weiß: Ohne staatliche Gewalt, die für Ordnung sorgt und auch Polizei hat und die Steuern braucht, geht das Zusammenleben nicht. Aber der gebildete Apostel Paulus könnte weiterfragen: Woher nimmt denn ein guter Staat seine Normen? Er kann doch nicht einfach Gesetze machen wie er will, damit Ordnung herrscht. Paulus würde wohl antworten: Der Staat braucht, wenn er gerecht sein will, eine höhere Ordnung. Er braucht eine höhere Instanz. Und diese höhere Instanz müssen die Bürger des Staates in Gott finden. Wenn sie Gott nicht suchen, ist der Staat in Gefahr. Der Staat brauch Bürger, die ihr Leben an einer transzendenten Autorität festmachen. Und weise Bürger finden die Ordnung Gottes in Naturgesetzen. Gottlob gibt es weise Denker, die dies in präzise Formeln gebracht haben. So hat der deutsche Philosoph Ernst-Wolfgang Böckenförde schon 1964 die Feststellung getroffen: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann“. Mit meinen Worten: Ein freiheitlicher Staat, wie wir ihn uns heute wünschen, braucht Religion, braucht Bürger, die ihr Denken und Leben in Gott verankern. In der guten alten Zeit haben die Bürger in Königen und Kaisern den Vertreter Gottes gesehen. Heute braucht der demokratische Staat denkende Bürger, die nach Gott fragen, Gott suchen. Der Staat braucht zwar Steuern, um seine Angestellten bezahlen zu können. Und er braucht Polizei, damit er Angegriffene vor Angreifern schützen kann. Aber wenn seine Bürger sich nicht auch in einer transzendenten Macht verankern, geht er zugrunde. Viele Probleme der heutigen Staaten kommen daher, weil die Bürger nicht mehr in Gott verankert sind, oder weil sie in einem falschen Gottesbild haben. Dies haben in den letzten Jahren viele Denker herausgearbeitet. Unter anderem der leider angepöbelte Kultusminister Wolfram Weimer. Vor Jahren schrieb er das Buch „Sehnsucht nach Gott – warum die Rückkehr der Religion gut für unsere Gesellschaft ist“. Jahrhunderte lang war die Welt zwar auch geprägt von Krieg, Unterdrückung und Ausbeutung. Aber die Mehrheit der Menschen war verankert in einer transzendenten Autorität, die wir Christen Gott nennen. Wenn diese transzendente Autorität weiter geleugnet oder links liegen gelassen wird, wird die Welt in Kriege und im Elend leben. Gebt dem Staat, was des Staates ist. Aber gebt auch Gott, was Gottes ist. Amen Werbung in der „Zeit“ für den Weltmissionssonntag 25.10. Lesung aus dem Buch Jesaia, Kap. 54, 1, sowie 4-6 So spricht der HERR zu seinem Gesalbten, zu Kyrus: Ich habe ihn an seiner rechten Hand gefasst, um ihm Nationen zu unterwerfen; Könige entwaffne ich, um ihm Türen zu öffnen und kein Tor verschlossen zu halten. Um meines Knechtes Jakob willen, um Israels, meines Erwählten, willen habe ich dich bei deinem Namen gerufen; ich habe dir einen Ehrennamen gegeben, ohne dass du mich kanntest. Ich bin der HERR und sonst niemand; außer mir gibt es keinen Gott. Ich habe dir den Gürtel angelegt, ohne dass du mich kanntest, damit man vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang erkennt, dass es außer mir keinen Gott gibt. Ich bin der HERR und sonst niemand. Lasst uns beten Öffne meine Augen, Herr, für die Wunder Deiner Liebe, mit dem Blinden rufe ich: Heiland, mache, dass ich sehe! Öffne meine Ohren, Herr, für den Anruf meiner Schwestern und Brüder, lass nicht zu, dass sich mein Herz ihrer großen Not verschließe Öffne meine Hände, Herr, Bettler stehn vor meiner Türe und erwarten ihre Anteil. Christus mache, dass ich teile.
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