Liebe Freunde und Bekannte

7. Sonntag in der Osterzeit 2026

Vater, verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn dich verherrlicht! 


Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes, Kap. 17, 1-11a

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sagte: Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht! Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt.  Das aber ist das ewige Leben: dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus.  Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, dass du mir aufgetragen hast.  Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war!  Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir und du hast sie mir gegeben und sie haben dein Wort bewahrt.  Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.  Denn die Worte, die du mir gabst, habe ich ihnen gegeben und sie haben sie angenommen. Sie haben wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.  Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir.  Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht.  Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt und ich komme zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir!

Predigt

Das entscheidende Stichwort des heutigen Evangeliums heißt meiner Ansicht nach „Verherrlichung“. Jesus spricht fünfmal von verherrlichen und Verherrlichung.

Es ist ein Ausschnitt aus der Abschiedsrede Jesu vor seinen Jüngern. Er beginnt feierlich: Die Stunde ist gekommen. Gemeint ist die Stunde seines Todes, seines Abschieds von den Seinen. Es ist eine feierliche Rede.

Was aber bedeutet der Satz: Verherrliche Deinen Sohn, damit Dein Sohn Dich verherrlicht? Ich kann es nur so verstehen: Vater, gib, dass mein Sterben ein Sterben aus Liebe ist, dass mein Sterben Deine Liebe zu den Menschen zeigt, dass die Menschen mich am Kreuz als Zeichen Deiner Liebe sehen. Lass mein Sterben eine Verherrlichung Deiner göttlichen Liebe sein! Wörtlich heißt es in dem Evangelium: „Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war!“ Hier schwingt auch eine Andeutung mit, dass Jesus nach seinem Tod beim Vater verherrlicht sein wird so wie er vor seiner Menschwerdung beim Vater verherrlicht war.  Herrlichkeit meint also vor allem Liebe. Im Johannesevangelium steht einige Kapitel vorher: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn dahingab. Das Sterben Jesu ist also ein Zeichen der Liebe des Vaters zur Welt. Jedes Kreuz zeigt diese Liebe des Vaters. Wir sollten das ernst nehmen.

Freilich hört man dann in dem heutigen Evangelium noch ganz andere Töne. Jesus sagt: „Sie haben erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.  Denn die Worte, die du mir gabst, habe ich ihnen gegeben und sie haben sie angenommen. Sie haben wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.“

Diese Worte Jesu verwundern mich, denn offenbar haben Petrus und die anderen Jünger nicht viel verstanden. Man muss ihnen vielleicht noch nachsehen, dass sie im Ölgarten während Jesus mit dem Willen des Vaters ringt, eingeschlafen sind. Vorher hatten sie noch geschworen, ihn nie zu verlassen. Und Jesus beim letzten Abendmahl den Jüngern noch vorhergesagt, dass sie ihn alle verraten würden. Und tatsächlich haben sie sich dann versteckt, als Jesus verhaftet wurde. Die Worte Jesu, dass sie ihn erkannt haben, scheinen eher Worte über die Jünger zu sein, nachdem sie den Heiligen Geist erhalten hatten.

Man darf vielleicht auch interpretieren, dass der Evangelist Johannes aus mehreren Worten Jesu eine Rede Jesu komponiert hat, eine Abschiedsrede, in der er entscheidende Aussagen Jesu vor und nach seinem Tod zusammengefasst hat. Aber auch die Jünger, die den Auferstandenen gesehen haben und zum Glauben an ihn gekommen sind, brauchen das Gebet Jesu. Denn Jesus sagt ausdrücklich: Für sie bitte ich. Und er fügt erstaunlicherweise an: Zwar nicht für die Welt bitte ich, wohl aber für alle, die an mich glauben werden.  In diesem Ausschluss der Welt zeigt sich also die tiefe Kluft zwischen dem, was Jesus die Welt nennt und den Seinen, denen, die sich an ihn heften. Die Welt ist für Jesus der Bereich, der ihn kreuzigt, der brüllt: Ans Kreuz mit ihm. Jesus verweist auf den tiefen Graben zwischen denen, die sich trotz all ihrer Sünden und Schwächen an ihn klammern und den Anderen, die brüllen: Kreuzige ihn. Der Unterschied ist nicht, ob ein Mensch gesündigt hat oder nicht. Denn alle haben gesündigt, auch die Seinigen. Aber sie bekennen ihre Sünden und bereuen und wollen sich von ihnen lösen. Für sie bittet Jesus den Vater beim Abschied. Er hinterlässt eine Gruppe von gutwilligen, aber schwachen Männern. Er vertraut ihnen seine Sache an. Und das Wunder besteht darin, dass aus diesem Körnchen schwacher, einfältiger Menschen durch den Heiligen Geist eine neue Weltkultur erstanden ist. Wenn das kein Wunder ist? Wir feiern es in diesen Pfingsttagen. Amen

Lesung aus dem 1. Brief des Apostels Petrus, Kap. 4, 13-16

Schwestern und Brüder, freut euch, dass ihr Anteil an den Leiden Christi habt; denn so könnt ihr auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit voll Freude jubeln. Wenn ihr wegen des Namens Christi beschimpft werdet, seid ihr seligzupreisen; denn der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes, ruht auf euch. Wenn einer von euch leiden muss, soll es nicht deswegen sein, weil er ein Mörder oder ein Dieb ist, weil er Böses tut oder sich in fremde Angelegenheiten einmischt.  Wenn er aber leidet, weil er Christ ist, dann soll er sich nicht schämen, sondern Gott darin verherrlichen.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, heute endet der Katholikentag in Würzburg, wir bitten dich um den Heiligen Geist für die vielen engagierten Katholiken. Hilf dass sie ihre Kontroversen überwinden und Zeugnis geben von Dir und Deinem Kreuz. Christus höre uns.

Herr Jesus Christus, wir bitten dich für die Eltern heranwachsender Kinder. Zeige ihnen den rechten Weg zwischen Strenge und Offenheit. Christus höre uns

Herr Jesus Christus, wir bitten dich für alle einsamen kranken und alten Menschen. Schicke ihnen freundliche Besucher. Christus höre uns

Herr Jesus Christus, wir bitten dich für die mächtigen Politiker. Gib ihnen den heiligen Geist, damit sie ein Einsehen haben für die Menschen, die am Verhungern sind. Christus höre uns

Eberhard von Gemmingen

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