Abendzeitung, Ausgabe Freitag, den 22.08.2014, Leserforum Seite 31, Titel: "Lachhaft"
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Ein Wirtschafts- und Spekulationsschwindel nach dem anderen. Der bisherige Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen ward der große Hoffnungsschimmer der Karstadt-Mitarbeiter. Er wollte laut Angabe investieren und die Kaufhauskette in gesunde Bahnen lenken. Außer, dass eine ganze Reihe an Mitarbeiter in die Wüste geschickt und ihres Arbeitsplatzes enthoben wurde, konnte man offensichtlich nichts anderes feststellen.
Nun geht der "Kapitän" vor dem Untergang seines Schiffes wieder einmal von Bord, überlässt die noch verbliebenen Mitarbeiter wieder ihres Schicksals. Der neue Eigner und bisherige Mehrheitsaktionär René Benko, wird sicherlich im Zuge von angeblichen Arbeitsplatz-Sicherungsmaßnahmen noch weitere Mitarbeiter zu Lasten der Staatskasse "entsorgen". Die kleinen Leute, also die Mitarbeiter, die erst durch ihrer Hände Arbeit den Investoren zum wiederholten Male zum Gewinn verhalfen, sind wieder einmal die Dummen und beißen ins Gras. Es ist lachhaft, wenn unsere Bundesregierung den neuen Karstadt-Eigentümer nur dazu auffordert, die Interessen der 17.000 Beschäftigten angemessen zu berücksichtigen. Mehr bringt unsere Politik nicht fertig! Für was bezahlen wir unsere Volksvertreter eigentlich?
 
Alois Sepp

Nachsatz: In der heutigen AZ-Ausgabe machte der Finanzinvestor "Berggruen" laut Artikel in einem Interview die Arbeitnehmervertreter für die anhaltende Krise beim Essener Traditionsunternehmen mit verantwortlich. Klar, dass sich der schleichende Kapitän des sinkenden Schiffes wieder selbst "reinwaschen" möchte.

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