Offener Brief zur Spendenaffäre:
Frau Weidel, politische Verantwortung lässt sich nicht wegreden! Guten Abend Frau Weidel, die neuen Recherchen von ZDF frontal, DER SPIEGEL und dem österreichischen STANDARD werfen schwerwiegende Fragen zu Ihrer Glaubwürdigkeit auf.
Im Mittelpunkt stehen E-Mails aus dem Jahr 2017, die darauf hindeuten, dass Sie bereits im Juli von angekündigten Wahlkampfspenden wussten. Später erklärten Sie, erst im September davon erfahren zu haben. Es geht um 132.000 Euro, die über Schweizer Zwischenpersonen an Ihren Wahlkampf flossen. Die AfD musste wegen der unzulässigen Spenden rund 396.000 Euro zahlen.
Wenn diese E-Mails authentisch sind, steht Ihre damalige Darstellung erheblich unter Erklärungsdruck.
Sie verlangen von anderen Parteien Aufklärung, Konsequenzen und Ehrlichkeit. Dann müssen Sie sich selbst an diesen Maßstäben messen lassen. Wer politische Verantwortung beansprucht, darf bei unangenehmen Fragen nicht auf Zeit spielen.
Ich fordere Sie deshalb auf:
Erklären Sie öffentlich und nachvollziehbar, wann Sie von den Spenden und ihrer Herkunft erfuhren.
Legen Sie offen, welche Rolle Sie bei der Verwendung der Gelder für Ihren Wahlkampf spielten.
Veranlassen Sie eine unabhängige Prüfung der Vorgänge und veröffentlichen Sie deren Ergebnisse.
Ziehen Sie persönliche Konsequenzen, falls sich herausstellt, dass Sie die Öffentlichkeit bewusst falsch informiert haben.
Ein Hackerangriff ist keine Rechtfertigung, berechtigte Fragen unbeantwortet zu lassen. Die Veröffentlichung gestohlener Daten ist problematisch – doch entscheidend ist, was die überprüfbaren Dokumente tatsächlich belegen.
Frau Weidel, es geht nicht um politische Gegner, sondern um Ihre Glaubwürdigkeit.
Sollten Sie früher von den Spenden gewusst haben, als Sie öffentlich erklärten, dann schulden Sie den Bürgern eine klare Erklärung. Sollte sich eine bewusste Täuschung bestätigen, wäre ein Rücktritt von Ihren politischen Führungsämtern die einzig konsequente Antwort.
Wer Transparenz von anderen fordert, muss sie selbst vorleben.
Selbst wenn die Echtheit der Emails nicht zweifelsfrei nachgewund ihre früheren Aussagen nicht gerichtsfest widerlegt werden können, bleibt ein sehr, sehr faderiesen werden kann  Nachgeschmack. Mit kritischen Grüßen eines verärgerten Bürgers

Berthold Gehlen




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