PFAS – wenn sauberes Wasser zur Menschenrechtsfrage wird - Was ist uns sauberes Wasser wert?

Wenn Gärten nicht mehr mit Brunnenwasser gegossen werden dürfen und der Verzehr selbst erzeugter Lebensmittel oder gefangener Fische wegen möglicher PFAS-Belastungen nicht mehr bedenkenlos erscheint, wo niemand verlässlich sagen kann, wie sich das auf die menschliche Gesundheit auswirkt oder wann dieser Zustand endet, dann geht es längst nicht mehr nur um Chemie. Dann geht es um Verantwortung und die grundlegende Frage: Ist sauberes Wasser nicht ein Menschenrecht?

PFAS – per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen – sind inzwischen überall ein Thema. Sie werden seit Jahrzehnten eingesetzt, sind extrem langlebig und können über Wasser, Boden, Luft, Regen und Nahrung in unsere Umwelt gelangen. Einmal freigesetzt, verschwinden sie nicht einfach wieder.

Auch bei uns in der Region Manching ist das keine abstrakte Diskussion. Seit Jahren beschäftigt uns das Thema PFAS. Was zunächst wie ein lokales Problem erschien, hat sich längst zu einem globalen Problem entwickelt. Wie gehen wir aktuell als Gesellschaft mit Stoffen um, deren Auswirkungen wir nicht vollständig kennen, die aber über Jahrzehnte in der Umwelt bleiben können?

In Manching ist das Grundwasser seit Jahren mit PFAS belastet. Die Allgemeinverfügung des Landratsamtes Pfaffenhofen vom 11. Mai 2018 untersagt in den betroffenen Ortsteilen Westenhausen und Lindach die erlaubnisfreie Nutzung des Grundwassers zur Bewässerung bis zum 30. April 2032. Inzwischen läuft eine Grundwasserreinigung. Doch eine technische Reinigung allein beantwortet noch nicht alle Fragen. Was geschieht mit den belasteten Böden? Wie weit haben sich PFAS bereits ausgebreitet? Welche Stoffe müssen wir noch untersuchen?
Wie schützen wir unsere Gewässer, unser Trinkwasser sowie Mensch und Tier, die davon abhängig sind? Und vor allem: Wie verhindern wir, dass sich solche Situationen wiederholen?

PFAS kennen keine Gemeindegrenzen und keine Legislaturperioden. Sie sind mobil und können Böden, Grundwasser, Flüsse, Luft und letztlich ganze Ökosysteme erreichen. Fast jeder Mensch auf dieser Welt hat bereits PFAS im Blut.

Für mich persönlich ist dabei eines besonders wichtig: Es geht nicht darum, Schuldige zu suchen, sondern Verantwortung zu übernehmen. Wir müssen aus den Erfahrungen lernen und konsequenter vorsorgen. Bei Stoffen, die extrem langlebig sind und sich in der Umwelt anreichern können, reicht es nicht, erst dann zu handeln, wenn Belastungen bereits entstanden sind. Stop reacting - Start preventing!

Seit fast zehn Jahren beschäftige ich mich mit PFAS und kämpfe als Betroffene dafür, dass Informationen veröffentlicht, Fragen beantwortet und Lösungen gesucht werden. Gemeinsam mit der IG NO PFAS Manching versuche ich Wissen weiterzugeben, Betroffene miteinander zu vernetzen und den Blick über die Grenzen unserer Gemeinde hinaus zu richten. Denn letztlich geht es um etwas, das uns alle betrifft: Unser Lebenselixier Wasser.

Sauberes Wasser darf kein Privileg sein. Es ist die Grundlage für unsere Gesundheit, unsere Umwelt und die kommenden Generationen. Dass dieses Engagement mittlerweile auch über unsere Region hinaus wahrgenommen wird, hat mich sehr berührt. Ich wurde für den Bürgerschafts- und Engagementpreis der Deutschen Umwelthilfe „DRUCK MACHEN – Für die Umwelt!“ in der Kategorie „Umweltheld*in des Jahres 2027“ nominiert. Ich sehe diese Nominierung nicht nur als persönliche Anerkennung. Für mich zeigt sie vor allem, unser Einsatz gegen PFAS wird wahrgenommen. Gleichzeitig sehe ich sie als Wertschätzung für unsere IG NO PFAS Manching und darüber hinaus für alle Menschen, die sich für sauberes Wasser, eine intakte Umwelt und mehr Transparenz einsetzen.

Obwohl für mich stets die Sache im Vordergrund steht, würde ich mich in diesem Fall natürlich sehr über Unterstützung freuen. Denn mit dem Preisgeld von 50.000 Euro könnte ich eine Informations- und Vernetzungsplattform aufbauen. Sie soll anderen Betroffenen raschen Zugang zu nötigen Informationen ermöglichen, den Austausch untereinander fördern und gemeinsame Aktionen unterstützen, um mehr Schlagkraft zu erzeugen. Denn manchmal beginnt Veränderung genau dort, wo Menschen nicht mehr wegschauen, sondern fragen: Was können wir gemeinsam verändern?

Wer meinem Engagement seine Stimme geben möchte, kann hier abstimmen:

Gudrun Lemle für den Engagementpreis der Deutschen Umwelthilfe „DRUCK MACHEN – Für die Umwelt!“ vorschlagen

Vielleicht ist die Zeit reif, um uns beim Thema PFAS grundsätzlich zu fragen:

Was sind wir bereit zu tun, damit unsere Kinder und Enkelkinder nicht irgendwann fragen müssen, weshalb wir bei dem vorhandenen Wissen nicht früher gehandelt haben. Wasser ist Leben. Es ist unsere Verantwortung, es zu schützen. Packen wir’s gemeinsam an!

Gudrun Lemle

 

 

 


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