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Liebe Freunde und Bekannte 19. Sonntag im Jahreskreis - 2026 Jesus rettet Petrus aus dem Seesturm
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus, Kap. 14, 22-33 Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, drängte er die Jünger, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um für sich allein zu beten. Als es Abend wurde, war er allein dort. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. Doch sogleich sprach Jesus zu ihnen und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Petrus erwiderte ihm und sagte: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme! Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und kam über das Wasser zu Jesus. Als er aber den heftigen Wind bemerkte, bekam er Angst. Und als er begann unterzugehen, schrie er: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du. Predigt Ist dieses Evangelium nur eine aufregende Erzählung oder will uns der Geist Gottes damit etwas ganz Spezifisches sagen? Ich glaube Letzteres. Zunächst ganz einfach: Das Leben mit Jesus ist aufregend, nicht gemütlich. Weder damals war es gemütlich, noch ist Christenleben jemals gemütlich. Umgekehrt: Wenn es mal gemütlich ist, dann läuft was falsch. Das bedeutet nicht, dass es immer ein Opferleben sein muss. Nicht Opfer ist das Stichwort, sondern Geist. Denn wo der Geist Gottes ist, da stürmt es. Wenn es mal ganz windstill ist bei uns, dann müssen wir uns fragen, ob etwas schiefläuft. Das kann uns auch das Leben der heutigen Tagesheiligen zeigen, das ist nämlich Edith Stein oder Theresa Benedikta vom Kreuz. Nun aber zu den verschiedenen Stufen des Geschehens, von dem das heutige Evangelium sprach. Ich glaube: Wir können fünf Stufen unterscheiden, die auch Stufen des geistlichen Lebens mit Jesus sind. Stufe eins: Die Jünger sind ohne Jesus auf dem See im Sturm und haben Angst. Auch in unserem Leben stürmt es öfters mal, und wir haben Angst, und Jesus scheint weit weg zu sein. Stufe zwei: Wir nehmen dann doch wahr, dass Jesus wie ein Gespenst auf dem Wasser zu uns kommt. Wir haben ihn vorher nicht gesehen, weil wir gar nicht an ihn gedacht haben. Denken auch wir in unseren Sturmzeiten oft gar nicht an ihn? Stufe drei: Jesus provoziert und ruft Petrus, aus dem Boot zu steigen. Petrus - der wenig nachdenkliche – tut es. Er denkt nicht lange, sondern steigt aus. Stufe vier: Er verliert Jesus aus den Augen, sondern sieht nur noch die Wellen. Er kriegt Todesangst und brüllt. Jesus hat das vorausgesehen, er hält Petrus die Hand hin und stillt den Sturm. Stufe fünf: Der Sturm legt sich. Die Jünger sind in Ruhe bei ihrem Herrn. Was will der Text uns vermutlich sagen? Wir sollten uns so gut wie möglich immer wieder in Erinnerung rufen und uns klar machen: Jesus ist in meinem Lebensboot. Er ist bei mir, er hat mich nicht vergessen. Manchmal fällt uns das leicht, manchmal schwer. Es wird uns leichter fallen, wenn wir ihm morgens gleich nach dem Aufstehen „Guten Morgen“ sagen. Und vielleicht noch „Schön, dass Du da bist und den Tag mit mir verbringst“. Und am Abend sollten wir ihm „Gute Nacht“ sagen und danken, dass er uns begleitet hat. Und wenn unser Leben ganz gut laufen soll, könnten wir dem Herrn auch tagsüber dann und wann sagen: „Danke, dass Du an meiner Seite bist. Dann kann jeder Sturm kommen“. Er wird sagen: Keine Angst, ich bin in Deinem Lebensboot. Das gehört eigentlich zum Leben eines Getauften. Machen wir jetzt aber noch einen Sprung auf die heutigen Weltmeere. Die Wogen gehen hoch, der Sturm bläst, der Himmel ist total bedeckt ist. Man kann wirklich Angst haben. Raketen können von Moskau bis London fliegen, von Peking bis Manila. Kein Wunder auch, dass Jugendliche von Afrika nach Europa schwimmen, um nicht zu verhungern. Stellen wir einfach die Frage: Ist Jesus im Boot oder ist er wenigstens in der Nähe des Bootes auf dem aufgewühlten Weltmeer? Leider gibt es keine andere Sicherheit als die ausgebreiteten Arme Jesu, an die wir glauben dürfen und sollen. Aber für mich spielt auch der Heilige Geist eine Rolle. Ich bitte ihn fast täglich, nach Moskau und ins Weiße Haus zu fliegen, nach Peking und nach Jerusalem. Jesus ist ärgerlich, wenn wir nicht an die Kraft des Heiligen Geistes glauben. Er würde uns vielleicht auch daran erinnern, dass nach dem Leid des zweiten Weltkrieges der Heilige Geist die UNO-Gründer inspirierte. Der Heilige Geist ist heute und war damals am Werk. Not kann nämlich nicht nur Beten lehren, sondern auch Denken. Vielleicht will der Heilige Geist heute der Menschheit nicht nur das Beten, sondern auch neu das Denken lehren, das Denken an Strukturen des Friedens. Papst Leo hat schon Mut bewiesen hat das lebensgefährliche Amt angetreten, ist aus dem Boot ausgestiegen und geht Jesus auf dem Wasser entgegen. Machen wir es ihm nach. Amen Aus dem 1. Buch der Könige, Kap.19, 9a, 11-13a In jenen Tagen kam Elija zum Gottesberg Horeb. Dort ging er in eine Höhle, um darin zu übernachten. Doch das Wort des HERRN erging an ihn. „Komm heraus und stell dich auf den Berg vor den HERRN!“ Da zog der HERR vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem HERRN voraus. Doch der HERR war nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der HERR war nicht im Erdbeben. Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der HERR war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle.
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