Als ich die Meldung las, dass der bayerische Innenminister Joachim Herrmann den Polizei-Präsidien wegen der Prügelvorwürfe im Polizeirevier der Au in München die Ermittlungshoheit entzog, war ich erleichtert, denn es war anzunehmen, dass er ernsthafte Absichten hatte, den Fall lückenlos aufzuklären.
Doch weit gefehlt, wenn ich den Bericht in der SZ aufmerksam durchlese. Bin mehr als enttäuscht darüber, dass selbst der oberste Polizist in Bayern, nämlich der Innenminister selbst, sich offensichtlich neben den Polizeipräsidenten Wilhelm Schmidbauer stellt und das eigentliche Opfer mit einer Bemerkung aus unterstem Niveau in ein schlechtes Licht rücken will. Es ist mehr als durchsichtig, dass hier der oberste Ordnungshüter, der am meisten Interesse an Rechtstaatlichkeit haben müsste, indirekt dem Rambo in Uniform noch Rückendeckung gibt. Damit tat sich unser Innenminister selbst keinen guten Dienst!
 
So stelle ich mir weder eine echte Demokratie noch Polizeiarbeit vor. Tut mir leid, dieses Gehabe riecht wirklich nach über 70-jähriger, deutscher Vergangenheit. Schade Herr Innenminister, Sie sind in meiner Achtung schon ein Stück tiefer gerutscht. Ich weiß, das wird Ihnen und einigen Freunden bei der Polizei nicht weh tun, wird eh nur als "Bürgergeschwätz" abgetan.
 
Alois Sepp
 
Nachsatz:
Wenn Sie behaupten, dass die große Mehrheit der Polizisten ordentliche und ehrenhafte Arbeit leisten, gebe ich Ihnen recht. Es darf allgemein nicht pauschliert werden, nur weil einige schware Schafe in Uniform darunter sind. Aber genau darum geht es, die Justiz gibt immer wieder lautstark vor, Unrecht zu verurteilen und zu ahnden. Doch leider sehen wir Bürger die Sache etwas anders, wir sehen bei noch so großer Toleranz für unsere rechtschaffenen Polizisten, immer wieder, dass hier lieber vertuscht und verdeckt wird, als lückenlos aufgeklärt. Schade! 

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