
Pöbelnde Patienten, aggressive Angehörige: Neun von zehn Hausärzten waren schon mit Aggressionen im Arbeitsalltag konfrontiert. Ärzte-Lobbyisten fordern einen besseren Schutz für Mediziner. Neun von zehn Hausärzten in Deutschland haben schon mit aggressiven Patienten zu tun gehabt. Die Mediziner schlagen Alarm und fordern Gegenmaßnahmen von der Politik.
Immer mehr Ärzte berichten über aggressives Verhalten von Patienten in Praxen, Kliniken und Notfallambulanzen. Schuld daran "ist die absolute Arbeitsüberlastung, vor allem auch in den Notaufnahmen", sagt Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer: "Da kann es nicht darum gehen, wer als erstes behandelt werden will, sondern wer als erstes behandelt werden muss." So in dieser Art kann man heute der Tagespresse entnehmen.
Es ist sehr fraglich, was bei der Berichterstattung das Bild aus einem Operationssaal soll? Es ist doch sicher, dass bei den Operationen Gewalt seitens der Patienten ausgeschlossen werden kann. Da halte ich das Bild vor einer Notaufnahme einer Klinik in der heutigen AZ schon etwas realistischer. Hinzu kommt, dass meines Erachtens hier wieder einmal drastisch überzeichnet wird. Wie heißt es doch so schön in abgewandelter Form: "Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast!"
In Bezug zur heutigen Gewaltbereitschaft wäre nachzudenken sinnvoll. Worin ist die Ursache zu finden? Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery sieht die Ursache scheinbar nur an der Überlastung der Ärzte. Alles schön und gut betrachtet, was ist aber dann bei allen anderen Berufen des täglichen Arbeitslebens? Meines Erachtens liegt die Hauptursache bei den Medien allgemein. Aus den täglichen Berichten ist zu entnehmen: "Je blutrünstiger, desto attraktiver" ist die Meldung, bzw. Überschrift! Betrachtet man alleine das Fernsehprogramm auf "ALLEN" Kanälen, wird fast nur noch die "GEWALT" dargestellt und verherrlicht. Es ist nicht mehr verständlich und mit der "deutschen Sprache" zu vereinbaren, wenn nur noch von "Bullen, Bullenschweinen, Arschlöcher, Dreckschweinen, Pisser, schwule Sau, Schlampe usw. die andauernde Rede ist. Wie sollen Kinder, Heranwachsende oder auch etwas Labile Menschen noch die Realität erfassen, wenn ihnen andauernd nur Gewaltfilme und Ausdrucksweisen dargeboten werden, die ein normal erzogener Mensch nicht in den Mund nimmt?
Weiters findet man leider keine Erziehungsmaßnahmen mehr, die das tägliche und respektvolle Miteinander darstellen. Also braucht sich die heutige Gesellschaft nicht besonders zu wundern, wenn auf allen Ebenen, so auch auf den Gesundheitsebenen, respektloser Umgang fast zur Tagesordnung gehört. Da helfen auch andere Gesetze nichts, falsche und fehlende Erziehung kann man auch durch Gesetz nicht mehr wettmachen.
Alois Sepp