Wenn ein CDU‑Politiker wie Herr Frei öffentlich erklärt, die Bürger müssten im Jahr 2027 „den Gürtel noch enger schnallen“, dann zeigt das vor allem eines: eine bedenkliche Distanz zur Lebenswirklichkeit vieler Menschen in diesem Land. Wir Rentner mit kleinen Einkommen haben unseren Gürtel längst bis zum letzten Loch gezogen. Weiter geht es schlicht nicht mehr.
Die Inflation liegt im Euroraum aktuell bei rund 4 %. Doch diese Zahl verschleiert, was wirklich passiert: Lebensmittel, Energie, Versicherungen und kommunale Gebühren steigen deutlich stärker. Wer – wie viele Rentner – einen Großteil seines Einkommens für Grundbedarf ausgeben muss, spürt diese Preissteigerungen unmittelbar und schmerzhaft. Von politischer Seite kommt dazu oft nur der Hinweis, man müsse „Verständnis haben“ oder „durchhalten“. Das ist kein Konzept, sondern eine Zumutung.
Gleichzeitig erleben wir, wie für internationale Projekte und Auslandshilfen innerhalb kürzester Zeit Milliarden bereitgestellt werden. Kommt der ukrainische Präsident nach Berlin, werden sofort Hunderte Millionen Euro zugesagt. Ich stelle nicht die Bedeutung internationaler Solidarität infrage – aber ich stelle die Frage, warum im eigenen Land angeblich kein Geld vorhanden ist, während im Ausland großzügig verteilt wird. Diese Diskrepanz ist für viele Bürger nicht mehr nachvollziehbar.
Was stimmt hier nicht mehr? Es entsteht der Eindruck, dass die Prioritäten der Bundesregierung und mancher Abgeordneter nicht mehr mit der Lebensrealität der Menschen übereinstimmen. Rentner, Geringverdiener und Familien kämpfen mit steigenden Kosten, während politische Entscheidungsträger über „notwendige Einschnitte“ sprechen, die sie selbst kaum betreffen. Das Vertrauen in die Politik schwindet, wenn Bürger das Gefühl haben, dass ihre Sorgen nicht ernst genommen werden.
Es wäre an der Zeit, dass Politiker wie Herr Frei nicht nur über Sparmaßnahmen sprechen, sondern zuerst erklären, wie sie selbst dazu beitragen wollen – und wie sie sicherstellen, dass die Menschen im eigenen Land nicht weiter an den Rand gedrängt werden.
Mit besorgten Grüßen
Peter Ahrend




