Audi in Amerika: Milliarden für Trump, Sorgen um deutsche Arbeitsplätze

Der Auftritt des Audi-Chefs bei Donald Trump wirft eine grundsätzliche Frage auf: Welche Verantwortung trägt ein deutscher Konzern für seine Beschäftigten in Deutschland?
Audi investiert Milliarden in den USA. Trump präsentiert solche Investitionen als Erfolg seiner Politik. Doch während dort neue Arbeitsplätze versprochen werden, bangen in Deutschland Beschäftigte der Autoindustrie und ihrer Zulieferer um ihre Zukunft.
Die Zahlen sind alarmierend: Laut einer Ifo-Studie verlor die deutsche Autoindustrie einschließlich ihrer Zulieferer seit 2019 rund 123.500 Arbeitsplätze. Das ist kein abstrakter Strukturwandel. Dahinter stehen Menschen, Familien und ganze Regionen, deren wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel steht.
Natürlich darf Audi international investieren. Aber darf ein Vorstandschef bei einer Wahlkampfveranstaltung einem Präsidenten öffentlich danken, dessen Zollpolitik deutsche Unternehmen unter Druck setzt, ohne zugleich deutlich Verantwortung für die Beschäftigten in Deutschland einzufordern?
Arbeitsplätze sind keine Verhandlungsmasse für politische Inszenierungen.
Audi und Volkswagen müssen erklären, welche Folgen ihre US-Investitionen für deutsche Standorte haben. Welche Arbeitsplätze werden gesichert? Welche neuen entstehen hier? Und welche verbindlichen Zusagen gibt es für Beschäftigte und Zulieferer?
Von der Bundesregierung erwarte ich, dass sie nicht nur Investitionen im Ausland begrüßt, sondern endlich eine verlässliche Industriepolitik für Deutschland vorlegt.
Wer Milliarden investiert, muss auch Verantwortung übernehmen. Nicht nur für Aktionäre und amerikanische Standorte, sondern vor allem für die Menschen, die den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens überhaupt erst möglich machen.
Die Zukunft der deutschen Autoindustrie darf nicht zum Wahlkampferfolg Trumps werden.

Berthold Gehlen



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