Man sagt ja gerne, die FIFA sei die mächtigste Organisation der Welt. Das stimmt, bis echte Staatschefs den Raum betreten und Fußballpolitik wie einen harten Immobiliendeal betrachten. Wenn Donald Trump heute Gianni Infantino klarmacht, dass die US-Auswahl trotz Roter Karte gefälligst mit dem gesperrten Spieler auf dem Platz zu stehen hat, ist das kein Regelbruch – es ist, nun ja, ein Deal auf Rasen. Das hat Tradition. Da fliegt Brasiliens genialer Superstar Garrincha 1962 mit Rot vom Platz. Das WM Finale drohte ohne ihn stattzufinden. Die zündende Idee: Der brasilianische Verband überzeugte den Linienrichter, der das Foul gemeldet hatte und der Zeuge war, zur Heimreise. Die FIFA drückte beide Augen ganz fest zu. Garrincha spielte, Brasilien Weltmeister. Heute braucht es  nur ein Telefonat aus dem Oval Office, die subtile Erinnerung aus Washington, wer die Zölle kontrolliert, die Visa erteilt usw. Infantino, der sonst so gerne den mächtigsten Herrscher der Fußballwelt mimt, lernt dabei schnell: Gegen die krude Logik der Marke Trump ist kein Kraut gewachsen. Da wird die Rote Karte für den US-Spieler eben kurzerhand zumindest als verhandelbare Diskussionsbasis eingestuft. Schiedsrichter pfeifen das Spiel, aber die ganz Großen schreiben die Regeln einfach um.

Mit freundlichen Grüßen

Helmut Drolshagen


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