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Liebe Verwandte und Freunde Fest Allerheiligen 2026
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus, Kap. 5, 1-12a Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Und er öffnete seinen Mund und sprach: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel. Predigt Wir feiern heute das Fest Allerheiligen. Aber wir können auch gleich fragen: Was feiern wir eigentlich da? Ich sage gerne: Wir feiern das Fest des heiligen Geistes. Denn wie hätten so viele Menschen ihr angeborenes Hängen an sich selbst überwinden können, wenn sie nicht die Kraft Gottes in sich gehabt hätten? In dem Moment, da ein Mensch geboren wird, hängt er an seinem Leben und verteidigt es. Das ist höchst natürlich. Er spürt aber wohl auch seit seiner Geburt, dass er ohne seine Mutter und seinen Vater nicht leben kann. Er hängt einerseits an sich, andererseits an Anderen. Der Mensch ist hin- und hergerissen. Irgendwann aber geht wohl jedem auf, dass er letztlich nur zu sich selbst kommt, wenn er sich dem Anderen zuwendet, wenn er zu einem echten Du-sagen kommt. Und da gibt es nun im Lauf der letzten 2000 Jahren unzählige Menschen, die total zum Du-Sagen gekommen sind. Und wir Christen glauben, dass dahinter der Geist Gottes steht. Es ist nicht nur Natur, sondern Gottes Geist. Denn Gott ist ja nicht nur für Christen Gott. Er ist Gott für alle, auch wenn sie es nicht wissen oder glauben. Also: Nicht nur die Christen werden vom Heiligen Geist angetrieben, sondern auch Nichtchristen. Wer über sich hinauswächst, ist vom Geist Christi getrieben. Wie aber kommen wir Christen zu dieser vielleicht kühnen Behauptung? Wenn wir ein wenig Geschichte studieren, stoßen wir auch ohne Glauben auf diesen Jesus von Nazareth. Er hat die Menschen gelehrt, dass sie von sich aus eigentlich nur an sich selbst denken. Und er hat sie gelehrt: Wenn Ihr euer Leben an Eurem Schöpfer, dem Schöpfer des Himmels und der Erde festmacht, dann wachst ihr über euch hinaus, dann gelingt es euch, euer Leben primär auf andere auszurichten. Es beginnt mit ein wenig liebevoller Zuwendung zum Anderen. Und wenn ihr erlebt, wie gut das ist, dann wächst Ihr im Lauf eures Lebens über euch hinaus. Wenn es ganz gut geht, dann gebt ihr sogar – wenn es nötig ist - euer Leben für andere hin. Ja ihr kommt so erst ganz zu euch selbst, wenn ihr Euch ganz hergebt, wenn ihr euer Leben für andere gebt. Und wenn wir ein wenig Geschichte studieren, müssen wir feststellen: Neben unendlich viel Egoismus gab es auch erstaunlich viel Hingabe an andere Menschen, gab es erstaunlich viel selbstloses Engagement, um zu helfen und die Welt in eine bessere Ordnung zu bringen. Leider sehen wir meistens hauptsächlich die Defekte der Welt und ihrer Geschichte. Wer aber genauer hinschaut, finden Wunder über Wunder an Selbsthingabe. Nicht nur vor Jahrhunderten, die angeblich christlicher waren, sondern auch heute. Vor wenigen Tagen sah ich eine Fernsehsendung von Karen Miosga. Sie sprach mit Menschen, die zuhause pflegebedürftige Familienangehörige pflegen. Man sah und hörte Menschen, die ihr ganzes Leben darauf einstellten, andere zu pflegen. Sie tun dies allermeist, ohne einen Groschen dafür zu bekommen. Im Gegenteil: Sie verzichten auf Geldverdienst. In Deutschland werden rund 85 Prozent aller Pflegebedürftigen von Familienangehörigen gepflegt. Nur ganz wenige kommen in Heime. Es sind Millionen von Heiligen möchte ich sagen. Und wir Christen glauben eben: Hinter all der Selbstlosigkeit steckt der heilige Geist, auch wenn sie gar keine Christen sind. Wir können das nicht beweisen. Wir können nur im Blick auf den Mann am Kreuz seinem Wort glauben, er werde uns seinen Geist senden, und die Welt werde durch den Geist eine Andere werden. Und wenn wir genauer hinschauen, müssen wir auch sagen: Seitdem der Mann am Kreuz gestorben ist, sich dann den Seinen lebend gezeigt hat und ihnen den Geist versprochen hat, ist die Welt anders geworden. Das Prinzip der Selbstverteidigung wurde ergänzt durch das Prinzip des Schutzes und der Verteidigung des Nächsten. Schauen wir bitte in die Geschichte und erkennen wir, wie sehr die Welt sich seit Jesus Christus verändert hat und wie viele Menschen ihr Leben für andere gegeben haben. Und das Vorbild christlicher Pflege des Nächsten wurde zum Vorbild auch für Nichtchristen. Die Christen haben auf den Mann am Kreuz geschaut. Sie wurden neue Menschen und wurden Sauerteig für die Schöpfung. Amen Wenn Sie Lust haben, dann schauen Sie in mein Buch über unzählige Christen, die Mitteleuropa im Lauf der Jahrhunderte positiv geprägt haben – durch Kultur, Gerechtigkeit, Bildung, Glauben.
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