Wir, die Leser allerlei Publikationen, die Hörer der Rundfunknachrichten, die Fernsehzuschauer, oder Miterlebende bei Podiumsdiskussionen, werden meiner Meinung nach (fast) immer nur belogen. Es wird uns vorgebetet, dass die Beschäftigungsquote bei den 60- bis 64-Jährigen im Durchschnitt weiter ansteigt. Hier sieht man wieder, was eine Statistik wert sein kann. Betrachtet man einzelne Jahrgänge für sich alleine, betrachtet und bewertet zusätzlich noch die entsprechende Berufstätigkeit dieser Jahrgänge bekommt man ein wesentlich realistischeres Bild.
Aber unsere Politiker nehmen sich nur das besser in ihr Bild passende Zahlenwerk, so dass der Eindruck in der Öffentlichkeit entsteht, das Renteneintrittsalter mit 67 wäre gerechtfertigt. Im Grunde genommen ist eine Heraufsetzung des Renteneintrittsalters nur eine Rentenkürzung durch die Hintertür.
Damit die Versicherungsbranche auch noch ein fettes Stück des Kuchens abbekommt, stimmt man immer weiter in das Lied ein, dass selbst nur mit einer Zusatzvorsorge der Altersarmut entgegengewirkt werden kann. Dass dabei der Staat über die Finanzämter ausgeschüttete Prämien wieder zu einem mächtigen Prozentanteil die Rentner wieder zur Kasse bittet, das wird selbstverständlich verschwiegen.
Das ist Rentenschwindel in excellentester Form. Zum einen, weil die gesetzliche Rente durch die Heraufsetzung des Renteneintrittsalters zu erheblichen Renteneinbußen führt, zum anderen, weil private Zusatzvorsorge ebenfalls durch die Hintertür wieder kräftig besteuert wird. Es darf gefragt werden, mit welcher Begründung eigentlich? Denn die freiwilligen Zusatzversicherungen werden ja von bereits versteuertem Nettoentgelt der Arbeitnehmer und zugleich Versicherten entrichtet! Die Arbeitnehmer, bzw. Zusatzversicherten verzichten im Vorfeld und jahrelang auf ihr Einkommen in Höhe der Versicherungsbeiträge.
Auch das wird nirgendwo klar herausgestellt. Es wird ebenfalls gerne verschwiegen, dass die älteren Arbeitnehmer durch reihenweise Kündigungen ihres Arbeitsplatzes gar nicht in der Lage sind, bis zum regulären Renteneintrittsalter durchzuarbeiten und erforderliche Beiträge zu entrichten.
 
Alois Sepp
 

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