In der Süddeutschen Zeitung lese ich den Kommentar von Heribert Prantl, in dem es heißt: "Doktortitel behalten, Amt aufgeben". Der Kommentar bezieht sich auf den Doktortitel der Bildungsministerin Annette Schavan. Liest man den Kommentar, so kann man wirklich zu dem vorgeannten Schluss kommen.

Ich selbst bin weder Doktorand, somit kein Plagiatsbesitzer, noch viel weniger ein "Plagiats-Jäger", sondern einfacher Bürger und Zeitungsleser. In meinem Inneren erhebt sich schon die Frage, ob es im Falle Schavans richtig ist, nach so langer Zeit den Titel abzuerkennen, wobei selbst bei schweren wirklich kriminellen Delikten eine Verjährungsfrist gesetzlich zugestanden wird. Selbst wenn Frau Schavan in ihrer wesentlich jüngeren Zeit in den Augen der "Wissenschaft" möglicherweise "schlampige Handwerksarbeit" abgeliefert hat, erhebe ich geistig Vorwurf gegen die damaligen Befürworter dieser Arbeit. Wo haben diese Befürworter für die Verleihung der Doktorwürde hingesehen, wenn es diese Regelungen schon seit hundert Jahren gibt?

Demnach müssten diejenigen ebenfalls an den Pranger gestellt werden, die über die handwerklichen Fehler hinweggeschaut oder diese auch nicht erkannt haben! Man kann hier dem Doktoranden nicht die alleinige Schuld aufbürden. Leider ist dies offensichtlich die heutige Methode, um nicht zu sagen eine unwürdige Behandlung des Betroffenen!

Wie es so scheint, werden zwischen früherer und heutiger Betrachtung, sowie der Person offensichtlich andere Maßstäbe angelegt. Es ist erschreckend und zugleich zumindest angsteinflößend für diejenigen die eine Doktorarbeit abgeliefert und den Titel zuerkannt bekamen. Ich bin immer noch der persönlichen Meinung, dass hier die "Plagiats-Jäger" aus einem bestimmten Lager kommen, nur um den Ruf desjenigen zu schädigen, zumal der Auslöser laut Berichten anonym und im Internet gewesen sein soll.

Es muss jedenfalls denjenigen eine Freude bereiten, in der Vergangenheit anderer zu wühlen, oder ggf. von ihrer eigenen Unzufriedenheit abzulenken.

Um jedoch keinen falschen Eindruck zu hinterlassen, ich bin gegen unlautere "Machenschaften und Schummeleien" jedweder Art, es muss jedoch wirklich mit gleichen Maßstäben gemessen und gehandelt werden. Falsche Angaben bleiben falsch, erst recht, wenn man sich dadurch etwas erschlichen hat. Man sollte hier wirklich aber auch den gesetzlichen "Rechtsfrieden" wahren.

Alois Sepp

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