Schau´n ma moi, sen´g ma´s scho, wia d´Wiesn werd! Es ist traurig genug, dass das 183. Oktoberfest in München seine unangenehmeren Schatten voraus wirft. Das Wiesngelände gleicht von außen her fast einer Festung, einem Hochsicherheits-Trakt. Es werden wegen der aktuellen Terrorgefahr eine Unmenge an Bewachungspersonal, an Polizisten und sonstigen Sicherheitskräften aufgeboten, nur um vorbeugend Gefahren abzuwenden. Man kann jetzt darüber philosophieren ob es richtig oder falsch ist, ein ursprüngliches "Volksfest" zu einer Art Festung auszubauen. Würde man nichts Vorbeugendes tun, würde die Stadt, die Polizei, die Behörden insgesamt bei einem Anschlag von allen Seiten in die Zange genommen werden. Heuer werden zusätzlich zu den ohnehin schon umfangreichen Vorsichtsmaßnahmen wie in den Vorjahren bereits geschehen, weitere Maßnahmen ergriffen. Wir sollten uns jedoch darüber im Klaren sein, dass es eine 100-Prozent-Sicherheit nicht geben kann.
Als Besucher des Volksfestes kommt man sich bestimmt vor, als wäre man in einem Gefängnis oder zumindest in einem Käfig drin. Trotz aller Widrigkeiten und starken Behinderungen vor und während des Festes, sollten wir alle darüber froh sein, wenn zum Schutz von den Wiesnbesuchern wie auch der dort arbeitenden Menschen so viel aufgeboten wird. Da lasse ich mir beim Eintritt auch zu meiner persönlichen Sicherheit gerne eine Art Leibesvisitation gefallen. Vermummte Gestalten aller Art sollten weit außerhalb des Sicherheitsbereiches schon abgewehrt werden.
 
Schau´n ma moi, sen´g ma´s scho, sagte einst Franz Beckenbauer! Es wird sich zeigen. Ich würde mir wünschen, dass das Wort der Eröffung durch unseren Oberbürgermeister Dieter Reiter eintrifft, und es eine "friedliche Wies´n" wird.
 
Alois Sepp

Nachsatz:
Wie jetzt schon bei so vielen Gesprächen mit Münchner Bürgern zu vernehmen ist, werden heuer wegen der terroristischen Gefahr und Ängste der Menschen viele von einem Wiesnbesuch absehen. Selbst Firmen bieten so viel mir bekannt wurde, ihre gemieteten Tische an. Bin gespannt, ob es heuer einen Negativ-Besucher-Rekord zu verzeichnen gibt. Wenn jemand Schaden davonträgt, sind es die Gewerbetreibenden Aussteller und Veranstalter. Die Stadt München wird mit Sicherheit keine Einbußen haben, denn die Standmieten laufen so oder so in die Stadtkasse, egal ob Rekord Plus- oder Rekord-Minusgeschäft zu verzeichnen sein wird.

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