Der NATO – Generalsekretär Stoltenberg ist durch eine bürokratische und eine intellektuelle Spitzenleistung aufgefallen: erstes hat er sich bereits vor dem Beginn des Gipfels von den Teilnehmern das schriftlich vorformulierte Wunschergebnis des Gipfels absegnen lassen und zweitens hat er dem amerikanischen Präsidenten Führungsstärke bescheinigt, die wohl größte auf der Konferenz ausgesprochene Lüge. Präsident Putin kann jeden Tag in der Zeitung lesen, wie zerstritten die NATO ist, und trotzdem gibt dieses Bündnis sich der Illusion hin, mit der Fähigkeit, künftig binnen 30 Tagen 30 zusätzliche Bataillone, 30 zusätzliche Kampfschiffe und 30 zusätzliche Flugzeuge an die Ostgrenze der  NATO zu verlegen, Russland abzuschrecken. Der größte Unsicherheitsfaktor in der Kriegsbereitschaft der NATO ist kein Mangel an militärischem Gerät, sondern der Präsident der Vereinigten Staaten selbst. Die NATO – Partner werden nun bis zum Ende der Präsidentschaft Trumps täglich seinem ersten Morgen – Tweet entgegen zittern in der Hoffnung, dass dem Mann das Frühstücksei geschmeckt haben möge und er nicht mit einem Zweizeiler die ganze NATO – Welt ins Wanken bringt. Was für Zeiten, was für Zustände! Empfehlung an die NATO – Staaten: machen Sie es wie Deutschland! Bauen Sie Ihre Handelsbeziehungen zu Russland nach Kräften aus! Wirtschaftssanktionen sind da durchaus kontraproduktiv. Ein gut funktionierender Handel mit Russland wird Europa mit größerer Wahrscheinlichkeit vor einem Kriege bewahren  als die politische und militärische Genialität Donald Trumps, der zudem nur das Interesse der heimischen Industrie im Sinne hat und nicht etwa die Interessen Europas! Otfried Schrot

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