Sehr geehrte Damen und Herren,
am Pfingstsonntag besuchte ich mit meiner schwerstbehinderten Schwester und ihrer Betreuerin die Don-Giovanni-Aufführung. Für meine Schwester, die eine große Opernliebhaberin ist, war dies ein großes Ereignis, auf das sie sich schon seit Wochen gefreut hatte.
Als wir vor dem Aufzug standen, wurde uns mitgeteilt, der Aufzug funktioniere nicht, wir müssten uns ein wenig gedulden. Nach uns kamen noch 2 Ehepaare, die Frauen waren ebenfalls Rollstuhlfahrerinnen. Wir geduldeten uns also eine Weile, es waren aber auch keine Aktivitäten erkennbar, den Aufzug wieder in Betrieb zu nehmen, es wurde uns nur wiederholt mitgeteilt, es würde noch ein bisschen dauern. Schließlich ging ich zum Haupteingang (es klingelte bereits zum ersten Mal) um nach Alternativen zu fragen.  Dort wurde mir mitgeteilt, es gäbe lediglich die Möglichkeit, einen verspäteten Einlass zu gewähren. Dass ich darauf drang, dass 3 Rollstuhlfahrer vor dem Aufzug stehen, die sich sehr gefreut hätten und für die der Abend ein wichtiges Ereignis sei, schien keinen zu beeindrucken. Einige der Mitarbeiter schienen es lustig zu finden. Erst als ich androhte, einen Riesenwirbel zu veranstalten, wenn die Vorstellung beginnen sollte, bevor die drei Rollstuhlfahrer im Zuschauerraum sitzen, kam ein Herr mit und versprach, uns zu helfen. Wenig später funktionierte der Fahrstuhl und wir kamen, praktisch in letzter Sekunde, noch in den Zuschauerraum.
Ich kann daraus nur folgendes schließen:
Offensichtlich waren keine Reparaturarbeiten notwendig, , der Aufzug war nur blockiert und musste freigeschaltet werden.
Ebenso offensichtlich ist, dass die Angelegenheit nicht als dringlich erachtet wurde.
Wenn ich nicht so massiv aufgetreten wäre, wäre nichts passiert.  Ich vermute, dass sich erst nach Beginn der Vorstellung jemand der Sache angenommen hätte.
Am meisten geärgert hat mich die Ignoranz und Arroganz der anwesenden Mitarbeiter.
Mit freundlichen Grüßen
 
Claudia Bock
Dipl Sozialpädagogin

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