Sehr geehrte Damen und Herren,
wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Jürgen Klopp, der Meister des emotionalen Gegenpressings, nun zum obersten Flaggenbeauftragten der Nation avanciert?
Klopp will die deutsche Fahne zurückholen und der deutschen Nation wieder einen „gesunden Patriotismus“ einimpfen.
Ein schöner Plan, der allerdings eine kleine bürokratische Hürde bereithält.
Das gute Stück befindet sich seit September 2013 im hermetisch abgeriegelten Sicherheitsgewahrsam von Altkanzlerin Angela Merkel.
Wir erinnern uns alle an die legendäre Szene der Unions-Wahlsiegesfeier, als Merkel dem verdutzten Hermann Gröhe das schwarz-rot-goldene Fähnchen mit einem Blick entriss, der irgendwo zwischen „Mutti schimpft“ und „akute Staatskrise“ lag, um es diskret auf der Tribüne zu entsorgen.
Da hilft kein Taktikboard, Herr Klopp, da hilft nur geballte Kaffeehaus-Diplomatie.
Ich sehe es bildlich vor mir. Ein gemütliches Kaffeekränzchen in der Uckermark. Mit von "Mutti" Merkel selbstgebackenen Steuselkuchen, mit ganz viel Streusel obendrauf.
Kloppo, bewaffnet mit seinem breitesten Zahnpastalächeln und zusätzlich einer Packung feinstem Gebäck, sitzt Angela Merkel gegenüber.
Während die Altkanzlerin seelenruhig an ihrem Kaffee nippt und die Lage Raute-formend analysiert, schleicht sich Kloppos Hand, ganz die rheinische Frohnatur, in Richtung der verstaubten Asservatenkammer.
Mit einem jovialen „Normal One“-Spruch wird die Fahne im Ärmel des Trainingsanzugs versenkt, noch bevor die Kanzlerin a.D. „Wir schaffen das“ sagen kann.
Wenn es einer schafft, die deutsche Fahne mit maximalem Charisma und ohne falschen Beigeschmack aus dem Merkel-Exil zu entführen, dann er.
Ganz (?) Deutschland drückt die Daumen.
Auf ein neues, unverkrampftes Sommermärchen, serviert mit Kaffee und Kuchen.
Freundliche Grüße
Alfred Kastner





