Unsere Kliniken brauchen Vertrauen statt Schuldzuweisungen
Der Artikel über die Meinung der „Klinikrebellen“ hat mich sehr befremdet, denn sie wird meines Erachtens keinesfalls der komplexen Situation unserer Kliniken gerecht.
Es ist leicht, in herausfordernden Zeiten Sündenböcke zu benennen. Schwieriger ist es, tragfähige und weitgreifende Lösungen zu entwickeln.
Die beiden Geschäftsführer haben ihre Ämter Anfang Juli niedergelegt und sich bereiter-klärt, einen geordneten Übergang zu ermöglichen. Eine geeignete neue Geschäfts - Führung für einen der größten Arbeitgeber unserer Region mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden fällt nicht vom Himmel. Sie muss sorgfältig ausgewählt werden. Hier braucht es keinen Schnellschuss, sondern Verantwortung.
Und auch eine neue Geschäftsführung wird nicht über Nacht lösen können, was Kliniken bundesweit beschäftigt: Fachkräftemangel, wirtschaftlicher Druck, eine chronische Unterfinanzierung, zunehmende Bürokratisierung, Digitalisierung und neue gesetzliche Anforderungen.
Besonders kritisch sehe ich deshalb die öffentliche Zuspitzung. Unsere Kliniken brauchen Vertrauen – bei Mitarbeitenden ebenso wie bei Patientinnen und Patienten. Mehr Fachkräfte und mehr Patienten gewinnt man nicht, indem man das Vertrauen in die Kliniken schwächt und ihren Ruf weiter beschädigt.
Kritik ist wichtig. Veränderung ebenso. Aber vielleicht sollten wir weniger danach fragen, wer schuld ist, und mehr danach, was jeder Einzelne zu einer guten zukünftigen Entwicklung beitragen kann. Es braucht Menschen, die Brücken bauen und mit anpacken – statt durch immer neue Schuldzuweisungen Gräben zu vertiefen.
Stefanie Kath-Müller, Buchen
Mit freundlichen Grüßen
Stefanie Kath-Müller











































































































