ich verfolge den Entwurf der neuen Pflegereform mit wachsender Fassungslosigkeit. Wieder einmal sollen diejenigen zur Kasse gebeten werden, die ohnehin kaum noch wissen, wie sie ihren Alltag stemmen sollen: Menschen mit kleinen Einkommen, Pflegebedürftige und Angehörige, die Tag und Nacht für andere da sind.
Wer jemals selbst jemanden gepflegt hat – und ich spreche hier von echter 24‑Stunden‑Pflege, nicht von theoretischen Konzepten auf dem Papier – weiß, wie belastend, kräftezehrend und teuer diese Aufgabe ist. Dass ausgerechnet diese Menschen nun noch stärker finanziell belastet werden sollen, empfinde ich als zutiefst ungerecht.
Jahrelang wurde in der Pflegepolitik weggeschaut, verschoben, vertröstet. Und jetzt sollen die Versäumnisse der Vergangenheit ausgerechnet von denen bezahlt werden, die am wenigsten haben und am wenigsten laut schreien können. Das ist kein Zeichen von Verantwortung, sondern von politischer Bequemlichkeit.
Ich erwarte eine Reform, die die Pflege wirklich stärkt – und nicht eine, die die Schwächsten erneut zur Finanzierung heranzieht. Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wer das ernst nimmt, darf die Betroffenen nicht weiter belasten.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Ahrend











































































































