zur WE - TAZ vom 23.- 29. Mai zum Thema:
Du und ich und das Dazwischen (Bild wie oben)
Der Text von Christine Leukart über ihre Beziehungserfahrungen und das Leben in ihren Partnerschaften reflektiert das komplexe Geflecht zwischen Autonomie – Abhängigkeit– Zugehörigkeit und Verletzlichkeit. Danke für diese Offenheit!
Ich möchte noch den gesellschaftlichen – strukturellen Aspekt ergänzen. Beziehungserfahrungen werden von Anfang an, laufend, neben dem familiären Feld in KITAS – Schule – Ausbildung - Studium – Beruf – und in unterschiedlichen sozialen Lebenswelten gesammelt.
Wie dem Text zu entnehmen ist, bleiben die ursprünglichen Erfahrungen, wie Distanz – Nähe, Anerkennung für Sein und Leistung in der Beziehungsgestaltung weiter wirksam.
Was fehlt sind Räume in denen das Relationale Feld, also das Dazwischen, zwischen Ich und Du, Platz bekommt. Das wären z.B. KITAS, in denen mehr mit den Kindern wirklich und entlang der Entwicklungsaufgaben, wie bezogene Autonomie und initiativ Sein, der Tag gestaltet und gelebt wird. Die aktuelle Erfahrung und Studienlage zeigt, dass innerhalb der vorgegebenen Rahmenbedingungen zu und nicht mit den Kindern gesprochen wird. Bildungs-Didaktik, die auf Leistung bezogen ist, verfestigt mittels Lernerfahrung diesen leistungsbezogenen Prozess. Der Umgang mit Verletzlichkeit, z.B. Scham - Schuld – Selbstwert, wird dadurch nicht begleitet. Wie im Text entfaltet, wirken diese sensiblen Stellen ein Leben lang in partnerschaftlichen Wechselwirkungen.
Institutionelle und politische Entscheidungsträger, die für Rahmenbedingungen zuständig sind, ignorieren diesen Aspekt seit Jahrzehnten.
Dafür müssten KITA - Gruppen und Schulklassen kleiner und das begleitende Personal für solche dynamische und langsamen Prozesse im Erziehungs- und Bildungskontext ausgebildet sein. Das bedeutet eigene Beziehungs- und Lernerfahrungen zu reflektieren und in einer entsprechenden Handlungskompetenz aufzubauen.
Dasselbe gilt für echte demokratische Beteiligungsprozesse.
Das politische Feld ist von kapitalistischen Verwertungsgedanken mit Ausgrenzungen – Abwertungen – Effizienz und wirtschaftlicher, unmenschlicher Produktivität dominiert.
Die Folgen zeigen sich in Beziehungserfahrungen, ein Leben lang. Wir Menschen sind soziale Wesen und benötigen ein wirkliches Gegenüber. Dies braucht relationale Haltung und Räume in denen sich lebendige Partnerschaften ein Leben lang wechselseitig entwickeln dürfen.
Der Artikel trägt dazu bei, dass ein humanistischer Diskurs mit wirklichem Dialog in der Gesellschaft wieder Platz findet.












































































































