am 10.04.26 auf der Leserbriefseite der Mittelbayrischen Zeitung unter der Überschrift: " Das Auto, des Deutschen liebstes Kind" ungekürzt gedruckt:
Zu verschiedenen Beiträgen bezüglich der Benzinpreise:
Der Literpreis steigt auf über zwei € und die Deutschen ächzen. Die
Bundesregierung versucht durch Pseudomaßnahmen den Eindruck von
Handlungskompetenz zu erwecken. Aber nützen diese Maßnahmen wirklich etwas?
Die in meinen Augen völlig unverantwortliche Freigabe nationaler
Ölreserven
- bevor ein wirklicher Mangel besteht - kann doch, wenn
überhaupt, nur eine Entlastung im cent-Bereich bewirken, wahrscheinlich
im Wesentlichen zugunsten der Ölkonzerne. Und auch die Reduzierung der
täglichen Preiserhöhungsspirale ist in ihrer Wirkung durchaus
umstritten. Steuererleichterungen würden, wie so oft, vorrangig
Gutverdiener subventionieren.
Nicht ein Wort von Regierungsseite über die einfachste und kostenfreie
Maßnahme zur Reduzierung der Preise: Weniger fahren und langsamer
fahren, was nicht nur jeden Autofahrer sofort finanziell entlasten und
aufgrund der sinkenden Nachfrage den Spritpreis senken würde. Dass die
Fahrleistung der Deutschen trotz Preiserhöhungen nicht gesunken, sondern
sogar gestiegen ist, verwundert schon. Und nun komme keiner mit der
Krankenschwester aus dem tiefsten Bayrischen Wald, welche ja pendeln
muss. Die Autoströme an Wochenenden und Feiertagen sprechen Bände und
wenn man die ungebrochene Raserei so mancher Zeitgenossen beobachtet,
kommt man zu dem Schluss, dass der Benzinpreis an und für sich noch zu
niedrig ist.
Eine Regierung Schmidt hat damals bei einer wirklichen Ölkrise, von der
wir heute noch ein Stück weit entfernt sind, der Bevölkerung Tempolimits
und autofreie Sonntage zugemutet und hat durch diesen Mut die Krise gut
gemanagt.
Heute wird ein seit langem von der Mehrheit der Bevölkerung gewünschtes
Tempolimit von Regierungsseite noch nicht einmal angedacht, obwohl
unstrittig ist, dass man damit den Treibstoffverbrauch erheblich senken
könnte. Aber das den autoverliebten Deutschen zuzumuten traut sich die
Politik leider immer noch nicht.
Wolfgang Theine












































































































