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Peter Horn, Heribert Hein und Dr. Uwe Reiter

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Schlagwörter Leserbriefe

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Sehr geehrte Damen und Herren, 


darf ich Ihnen hier einen Leserbrief schicken? Ist etwas lang, Sie können gerne kürzen, z.B. auf das Thema der Baustellen in Berlin begrenzen, die ersten 3 Absätze.

Seit September 2025 ist die Prinzregentenstraße in Wilmersdorf an der Kreuzung mit der Waghäuseler Straße komplett für Fahrzeuge und Fahrräder gesperrt. Es handelt sich dabei wohlgemerkt um eine Fahrradstraße, eine der wenigen in Wilmersdorf. Umleitungen für den Radverkehr sind weder geplant noch ausgewiesen. Damit verstößt der Bezirk gegen Landesgesetz, gegen das Mobilitätsgesetz, das Ausweichrouten für den Fahrradverkehr bei längeren Baustellen vorschreibt. Und dies ist eine sehr langwierige Baustelle, seit über 6 Monaten ist hier Baustelle, gebaut wird aber seit Monaten praktisch nicht. Es ist voll gesperrt, es passiert aber nichts. Keine Maschinen, keine Bauarbeiterinnen oder Bauarbeiter. Es muss eine sehr schwierige Aufgabe sein. Doch weit gefehlt: hier soll nach Augenschein nur im Kreuzungsbereich die Prinzregentenstraße verengt werden, entsprechend die Bordsteine versetzt werden und die Fußgängerflächen erweitert werden. Erscheint nicht so schwierig, außer in Berlin. Da brauchen Land und Bezirk dafür 1 Jahr.

Das ist leider keine Ausnahme in Berlin; ein paar Meter weiter südlich, auf der Fahrradstraße Handjerystraße auch Vollsperrrung am Renee-Sintenis-Platz seit Monaten. Hier werden ein paar Rohre verlegt; und dann in der Fröaufstraße in Friedenau nochmal ein ähnliches Bild: Vollsperrung seit 1 Jahr wegen Rohrverlegung.

Warum dauern Baustellen in Berlin für ganz normale Bautätigkeiten so lange? Warum wird monatelang nicht daran gebaut? Warum wird noch nicht einmal informiert, was gebaut ist und wie lange das dauern soll? In anderen Europäischen Ländern, die wir gerne belächeln, funktioniert das reibungslos und schnell, und ich meine damit nicht nur die Schweiz, sondern explizit auch südeuropäische Länder.

Diese Unfähigkeit des Landes Berlin, seiner Bezirke, von Politik und Verwaltungen erhöht noch einmal das landesweite Bild der Dysfunktionalität unseres Landes. In Europa wird Deutschland schon nicht mehr ernst genommen, Deutschland schafft es einfach nicht (mehr), Unpünktlichkeit, Unzuverlässigkeit bei der Bahn, der Treppenwitz am Berliner Hauptbahnhof und am Südkreuz, internationale Verträge für den Ausbau der Infrastruktur werden einfach nicht eingehalten, z.B. Gotthardtunnel/Monte-Ceneri-Tunnel, Brennertunnel. Schweiz, Italien, Österreich sind fertig, Deutschland hat noch nicht einmal angefangen. Flughafen BER verschiebt sich kurz vor geplanter Fertigstellung Jahre, Bahnhof Stuttgart 21 verschiebt sich mittlerweile mit offenem Ende. Das sind alles andere Bauträger und Verantwortlichkeiten, aber allen gemeinsam ist: wir schaffen es einfach nicht mehr, wir können es nicht mehr. Mittlerweile können sogenannte Entwicklungsländer zuverlässiger und pünktlicher liefern.

Und im Betrieb? In der Schweiz werden deutsche Züge schon nicht mehr reingelassen, wenn sie mehr als 10 Minuten zu spät kommen. Es warten dort Schweizer Reservezüge für die Weiterfahrt in der Schweiz. In Brüssel bekommen verspätete Reisende aus Deutschland, die mit Reservierung mit dem Eurostar nach London weiterreisen wollen, mit dem Hinweis „Deutsche Bahn“, mit einem Schmunzeln sofort ein neues Ticket für einen anderen Zug ausgestellt.

Einfach peinlich für ein Land, das mal für Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Ingenieurskunst stand.

Viele Grüße
Uwe Reiter


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