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ReetzUwe350

Krieg, Dienst und Verweigerung

Krieg

„Nichts wird gründlicher vorbereitet als ein plötzlich eskalierender Krieg.“
Dieses Zitat entstammt einem preußischen General und Militärtheoretiker Carl von Clausewitz. Zunächst einmal braucht man einen Grund, dieser darf auch gern selbst erschaffen werden. Wichtig ist, dass das eigene Volk überzeugt wird, sich im Recht zu befinden.
Schließlich muss man im Weiteren alles daran setzen, dass die Menschen Vieles akzeptieren, was im Friedensfall kaum denkbar wäre. Einschränkungen der sozialen Leistungen, Mehrarbeit und letztendlich unerhörte Aufrüstung. Ja und dann braucht man auch noch Menschen, die sich als Weichziele bereitstellen. Schließlich geht es aber um einen heiligen Krieg oder darum ein leidendes Volk zu befreien.
Es ist immer hilfreich, wenn ein Bösewicht klar definiert wird. Das macht den Sieg etwas fassbarer, denn wenn ein ganzes Land voller Schurken als Gegner wahrgenommen wird, müsste man der Logik folgend ein ganzes Volk auslöschen.
Es sei denn, es handelt sich um ein Terrorregime, dann ist der Feind nicht so ganz klar erkennbar.
„Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit.“
Dies ist ein Zitat eines griechischen Dichters, mit Namen Aischylos. Rückblickend zeigt die Geschichte, dass sich daran kaum etwas geändert hat.
Eine Wahrheit hingegen bleibt wohl immer bestehen.
So sagte einst Generalfeldmarschall Erwin Rommel: „Im ideologischen Krieg töten sich die, die sich nicht kennen, auf Befehl derer, die sich kennen – aber nicht töten.“

In all den Jahren des Friedens in unserem Land wagte wohl jeder zu hoffen, dass Frieden eine zivilisatorische Errungenschaft darstellt. Nie wieder Krieg vom deutschen Boden, hieß es. Die Friedenstaube war ein allgegenwärtiges Symbol der DDR. Wenn irgendwo auf der Welt Krieg stattfand, dachte man im allgemeinen, dass das irgendwie an den dort herrschenden Umständen liegen müsse und im eigenen Land daher kaum möglich wäre.

Doch still und eher heimlich wurden doch Milliarden und in der NATO sogar derzeit ca. 1,8 Billionen Euro zur Herstellung der schlimmsten Waffen verwendet. Allein die Vorstellung, dass eine Atomwaffe der heutigen Zeit tausendfach stärker ist als, jene die in Hiroshima und Nagasaki eingesetzt wurden.

Wenn es im Krieg um die Wiederherstellung des Friedens oder dem Wohle der dort lebenden Menschen geht, warum sind es dann stets diejenigen die um ihr Leben fürchten müssen und wahrscheinlich alles verlieren, was sie sich bisher erarbeitet haben?

Dienst

Das Wehrdienstgesetz, welches ja in vergangenen Jahren lediglich außer Kraft gesetzt wurde und nun wieder aktiviert wurde, verpflichtet alle Männer zum Wehrdienst.
Aus meiner Perspektive bedeutet Wehrdienst kaum etwas anderes, als dass man erlernt, wie man andere Menschen aus dem Leben befördert. Das alles möglichst effektiv, schließlich gewinnt derjenige, der in kurzer Zeit die meisten Gegner aus dem Weg geräumt hat.
Wie bei einem Schach-oder Strategiespiel. Schließlich handelt es sich im Krieg nicht um Menschen, sondern Soldaten, Terroristen oder anderen Ungeheuern.
Es sei denn, die anderen gewinnen. Dann werden die Ungeheuer, Terroristen und Soldaten zu Befreiern, Friedensengeln oder Kriegshelden.
Der Dienst, dem man der Sage nach leisten soll, besteht offenbar darin, dass man keine Fragen mehr stellt, sich wie ein Werkzeug benutzen lässt und von einem guten Familienvater oder Liebhaber zum Mörder mutiert.
Doch das wirklich dumme daran, wie ich finde, ist dass sich immer genügend Soldaten finden, die in den Krieg ziehen, so dass im Normalfall völlig unschuldige Menschen zu Feinden werden.
Wo auch wieder das Wort Dienst zum tragen kommt,weil die Gesetze der Länder – es gibt nur sehr wenige Länder auf Welt, die weder Armeen aufstellen, noch Kriegsdienstgesetze haben – fast jeden Mann zum Kriegsdienst verpflichten können.
Was am Ende nichts anderes bedeutet, als dass man unter enormen Zwang dazu gebracht wird zum Mörder zu werden.

Ich vermute, dass das hier für einige Menschen sehr befremdlich klingen wird, doch rein sachlich betrachtet komme ich immer wieder zu den gleichen Schlussfolgerungen.

Jeder Krieg muss doch all denen dienen, die selbst kaum in die Lage geraten auf dem Schlachtfeld stehen zu müssen. Allein das Wort Schlachtfeld drückt mehr als deutlich aus worum es geht.
Wie wäre es denn, wenn all die Billionen, Milliarden und Millionen dazu genutzt werden, um Philosophen, Psychologen und wen man noch alles gebrauchen könnte, finanziert um nach Lösungen für ein friedliches Miteinander zu suchen?
Die Menschheit kann ins Weltall fliegen, riesige Datenmengen durch die Luft senden und Atome spalten, aber miteinander reden soll unmöglich sein?
Wenn ich mir ansehe wie hoch die Scheidungsraten sind und wie wenig wir Menschen uns untereinander zu sagen haben, kann ich Friedrich Nietzsche nur Recht geben. Gott ist tot, Gott bleibt tot und wir sind seine Mörder.

Verweigerung

Nach Artikel 1 des Grundgesetzes, ist die Würde des Menschen unantastbar. Sie zu achten und schützen ist Verpflichtung aller staatlicher Gewalt.
Und was ist die Würde des Menschen?
Was macht es aus ein Mensch zu sein?
Das steht leider nirgends und scheint in diesem ominösen Spannungs- oder Kriegsfällen auch niemanden mehr zu interessieren.
Für mich bedeutet es zumindest, dass ich zu diesen, im wahrsten Sinne des Wortes, merkwürdigen Zeiten einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung gestellt habe. Auch wenn ich nun 50 Jahre alt bin und vielleicht nie in den Genuss einer Ausbildung zum Mörder zu kommen.
Nach Artikel 4; Absatz 3 des Grundgesetzes kann man aus Gewissensgründen verweigern.
Allerdings frage ich mich bei der dramatischen Formulierung – Des Menschen Würde ist unantastbar – nötig ist, dass das Familiengericht darüber entscheiden muss. Wenn ich also nicht in der Lage bin, mein Innerstes so zu formulieren, dass es ein Beamter versteht, muss ich in die Maschinerie.
Zumal ich vor der Bearbeitung des Antrages zur Musterung muss, bei der meine körperliche Eignung, zu was auch immer, festgestellt wird.
Seit dem 1.1.2026 gilt nun, dass ungediente Wehrpflichtige, die vor dem 1.01.2010 geboren sind, keine Musterung mehr absolvieren müssen, um einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung beim Familiengericht zu stellen.
Ich kann nur hoffen, dass möglichst viele Menschen dies wahrnehmen, um zumindest diesen kleinen noch möglichen Teil der demokratischen Mitbestimmung in Anspruch zu nehmen.
Allerdings habe ich den Eindruck, dass die meisten selbst diese kleine Mühe scheuen. Leider, denn diese kleine Möglichkeit heißt auch, dass man für ein gutes Sozialsystem einsteht und eben Frieden.
Wo sonst hat man gerade noch die Möglichkeit der Mitsprache?
Die ganze Welt scheint derzeit verrückt zu spielen. Die KI greift um sich, das Klima soll gerettet werden, von der Umwelt redet kaum noch jemand. Menschenleben scheinen auch kaum von Interesse zu sein, warum sonst wird überall aufgerüstet?
Die ganze Menschheit wird gerade so massiv mit teils erfundenen oder eben künstlich geschaffenen Problemen und eben jahrelang verdrängten bombardiert, dass jeder eigentlich nur in die Lage geraten kann, seine eigene Hilflosigkeit und Ohnmacht zu erkennen. Sämtliche Medien prasseln auf uns ein und bieten scheinbar zu allem tausende Sichtweisen und Lösungsvorschläge an.
Wahrscheinlich ist es daher eher normal, dass sich so viele Menschen einfach abschotten und um ihre oder meist die ihnen gegebene Meinung, kämpfen. Was uns als Gesellschaft allerdings in kleinste Teile spaltet.
Ich weiß dennoch, dass nicht alle Russen meine Feinde sind, auch nicht alle Ausländer, Linke oder Rechte und was weiß ich was und noch alles als Feindbild angeboten wird.

Wer mich allerdings dazu zwingen will fremde Menschen zu töten oder meine Mitmenschen zu hassen............

Vielleicht stehen wir gerade vor einer richtungsweisenden Frage, der wir uns alle zu stellen haben:
„Was willst Du und was bist Du bereit dafür zu tun?“
Wahrscheinlich auch noch: „Wie beschreibe ich meine Würde?“ oder „Was bedeutet es Mensch zu sein?“

Uwe Reetz


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