Symbolpolitik auf Kosten von Tier und Steuerzahler
Die geplante Panda-Leihgabe für den Tierpark Hellabrunn wirft ein bezeichnendes Licht auf politische Prioritäten in Bayern. Während Bürgerinnen und Bürger auf längere Arbeitszeiten, Sparhaushalte und „Realismus“ eingeschworen werden, scheint für ein symbolträchtiges Prestigeprojekt plötzlich Geld vorhanden zu sein – allerdings ohne Offenlegung der tatsächlichen Kosten.
Die Ausgaben für die Panda-Leihe werden geheim gehalten, obwohl es sich um ein öffentlich getragenes Vorhaben handelt. Dass bei der Verwendung von Steuergeldern Verschwiegenheitsklauseln akzeptiert werden, ist demokratisch problematisch. Transparenz darf kein selektives Prinzip sein.
Der wiederholte Verweis auf Artenschutz überzeugt wenig. Große Pandas werden nicht durch ihre Haltung in europäischen Zoos geschützt, sondern durch konsequenten Lebensraumerhalt in China. Für den Natur- und Artenschutz in Bayern entsteht durch dieses Projekt kein messbarer Nutzen. Gleichzeitig kämpfen heimische Schutzprogramme um vergleichsweise geringe Beträge – meist ohne politische Aufmerksamkeit und ohne öffentlichkeitswirksame Bilder.
Passend dazu ging kürzlich ein Foto durch die Presse, auf dem bayerische Ministerpräsident einen Stoffpanda küsst. Das Bild mag harmlos wirken, steht aber sinnbildlich für das Projekt selbst: viel Symbolik, viel Inszenierung – und wenig inhaltliche Begründung.
Auch das Tierwohl wird zur Nebensache. Die Pandas werden transportiert, ausgestellt und medial genutzt, nicht primär zu ihrem Vorteil, sondern wegen ihrer symbolischen Strahlkraft. Sie dienen als Projektionsfläche für Internationalität, gute Beziehungen und ein modernes Image. Die Tiere tragen die Folgen dieser Interessenlage.
Dieses Projekt ist kein Ausdruck von Verantwortung, sondern von politischer Selbstdarstellung. Es löst kein drängendes Problem, schafft keinen nachhaltigen Mehrwert und steht exemplarisch für eine Politik, die Symbolik über Substanz stellt – gerade in Zeiten, in denen Prioritätensetzung besonders wichtig wäre.
Gudrun Lemle












































































































