Laut Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) stehen die Zeichen in der Ukraine auf Krieg, weil sich prorussische Separatisten nach der Maidan-Revolution von Kiew unterdrückt fühlen und nach der Macht streben. Dabei liegt der Anteil der Russen an der ukrainischen Gesamtbevölkerung bei gerade einmal 17,3%. Insgesamt gibt es 15 Ethnien in der Ukraine, wovon 2,2% Rumänen, Bulgaren, Ungarn, Polen, Griechen, Deutsche (ca. 35.000 Menschen) und Juden sind. Die Ukraine ist ein Vielvölkerstaat wie 1914 die Donaumonarchie Österreich-Ungarn. Die großserbischen Separatisten fühlten sich damals von Wien unterdrückt. Das proserbische Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Ehefrau in Sarajevo war der Trigger für den Ersten Weltkrieg, der das Fass zum Überlaufen brachte. Am Ende zerfiel die Donaumonarchie Österreich-Ungarn in viele Einzelstaaten.

Ist Ähnliches auch im 21. Jahrhundert in der Ost- und Südukraine möglich? Und vor allem wer schützt die Polen, die Deutschen und die Juden in der Ukraine, die bereits unter dem sog. Hitler-Stalin-Pakt von 1939, dem Holocaust und der Westverschiebung Polens von 1945 gelitten haben? Fest steht, ein fairer Präsidentschaftswahlkampf in der Ukraine ist inmitten kriegerischer Auseinandersetzungen einfach nicht möglich. Was passiert eigentlich, wenn ein ukrainischer Präsidentschaftskandidat von prorussischen Separatisten vor dem 25. Mai 2014 ermordet werden sollte? Gibt es dann einen Dritten Weltkrieg, oder haben wir alle tatsächlich aus der Geschichte des Ersten Weltkriegs gelernt? Zerfällt die Ukraine wie damals Österreich-Ungarn? Der Countdown läuft!

Roland Klose, Bad Fredeburg

Teilen, Hinweis der Redaktion, Kommentieren und Bewerten in den sozialen Netzwerken und in der Bürgerredaktion:
  • Hinweis der Redaktion: Dies ist ein ungekürzter, unzensierter Originalleserbrief. Die Bürgerredaktion ist neutral. Verantwortlich für den Inhalt (auch der Kommentare) ist ausschließlich der Autor. Gedruckter Text ist farbig. Bewerten am Ende des Beitrags. INFO zum Autor, auch alle seine weiteren Artikel: klicken Sie bitte oben bei den Schlagwörtern den Namen des Autors. Ende des Hinweises.

Keine Kommentare