Liebe Freunde und Bekannte 12. Sonntag im Jahreskreis 2026 Fürchtet euch nicht ![]() Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus, Kap. 10, 26-33 Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet im Licht, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet auf den Dächern! Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch eher vor dem, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann! Verkauft man nicht zwei Spatzen für einen Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen. Predigt Liebe Mitchristen, ist Furcht eigentlich nicht etwas Normales? Warum verbietet Jesus sie? Ist er ein Utopist? Wäre es nicht höchst gefährlich, wenn Menschen sich nicht vor einer drohenden Gefahr fürchten würden? Warum warnt Jesus die Seinen davor, sich zu fürchten? Ist er ein Fanatiker? Ist er ein Utopist, der in einem Wolkenkuckucksheim lebt und die Seinen dazu auffordert, wie in einem Traum zu leben, in dem es keine Gefahren gibt? Also Gefahr von einem schrecklichen Unwetter, Gefahr durch Hochwasser oder Trockenheit, Gefahr auf dem Meer. Oder moderner: Gefahr im Straßenverkehr, Gefahr von Terroristen, Gefahr durch Tyrannen? Muss ein Staat nicht Polizei und ein Herr haben, um sich zu verteidigen? Denn die Welt ist leider voll von bösen Menschen, die Anderen übel wollen. Ist Jesus ein Utopist, wenn er nur erlaubt, sich vor dem Teufel zu fürchten? Wir moderne Menschen tun uns ja schwer mit dem Teufel. Aber meint Jesus eigentlich für moderne Menschen: Fürchtet euch davor, reine Egoisten zu werden! Fürchtet euch davor, primär nur an die Lebensversicherung zu denken, nur an die Krankenversicherung, nur an die Sicherheit des Arbeitsplatzes. Nur an die gesicherte Pensionszeit? Ich meine: Jesus sagt: Versucht zu glauben, dass wirklich Gott für Euch sorgt und habt daher keine Angst. Versucht mal wirklich ganz erst damit zu rechnen, dass man nicht für alles vorsorgen kann. Oder anders: Versucht, Gott wirklich ernst zu nehmen und damit zu rechnen, dass Gott letztlich für euch sorgt. Bei uns im Jesuitenorden ist es üblich, dass Novizen, also junge Männer, die in den Orden eintreten wollen, während ihrer Probezeit, eine Pilgerwanderung von mehreren hundert Kilometern zu Fuß machen, bei der sie keine Geld bei sich haben, sondern betteln müssen, betteln um Essen und eine Übernachtungsmöglichkeit. Sie sollen lernen, zu vertrauen, dass sie doch immer irgendwie durchkommen, ohne zu verhungern oder zu erfrieren. Auf diese Weise sollen sie in rund vier Wochen rund 500 bis 800 Kilometer zurücklegen und lernen zu vertrauen. Jesus bringt in dem Text, den wir gehört haben, ein konkretes Beispiel: Kein Spatz fällt vom Himmel, ohne dass es Gott, der Vater im Himmel weiß und erlaubt. Gehen wir in unsere Zeit: Es gibt wirklich Grund dafür Angst zu haben, wenn man an die Kriege denkt, die derzeit herrschen. Es ist nicht nur Krieg in der Ukraine und im Nahen Osten, sondern auch im Sudan und in etlichen anderen Ländern der Welt, vor allem Afrikas. Es gibt Grund, Angst zu haben, vor dem Zusammenbruch der Weltwirtschaft so wir sie bisher gewohnt waren, es gibt Grund, Angst zu haben, den eigenen Arbeitsplatz zu verlieren, dass die Rente und die Krankenversicherung zu klein sind. Man könnte verrückt werden. Und Jesus sagt uns in dieser Situation: Die Gefährdung eurer Seele ist größer als die Gefährdung eures Leibes und eurer Gesundheit. Die Gefahr, lebenslang nur um sich selbst zu kreisen und Angst zu haben, ist größer als die Gefahr vor Hunger und Krieg. Euer Leib wird ohnehin eines Tages sterben. Aber wehe, wenn Eure Seele schon jetzt in diesem Leben stirbt, wenn die Seele nur einen Tanz um sich selbst führt. Im Gegenteil aber: Wenn Du Dich um den Nächsten, die Nächste kümmerst, wirst du frei, und dann ängstigt du dich nicht mehr so um dein eigenes Leben. Jesus verspricht nicht nur den Himmel, sondern vor allem seelische Gesundheit, die wir gerade heute so sehr brauchen. Vertrauen auf Gott macht gesund und lässt tief durchatmen. Amen ***************** Seele Christi Seele Christi, heilige mich! damit ich möge loben Dich mit Deinen Heiligen ewiglich Amen
|
Falls Sie noch ein Geschenk suchen, so käme vielleicht so etwas in Frage. Bitte aber nicht bei mir bestellen, sondern im Buchhandel.












































































































