4. Adventssonntag 2025

Siehe die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären
Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus, Kap. 1,18-24
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Siehe: Die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären und sie werden ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott mit uns. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.
Predigt
Man versteht dieses Evangelium wohl nicht ganz richtig, wenn man es also einfache historische Information versteht. Es ist keine reine Information, sondern es ist Vorstellung von Heilsgeschichte. Es hilft uns, wenn wir uns ganz zu Anfang an das zentrale Wort aus dem Johannes-Evangelium erinnern. Es lautet: Das Wort ist Fleisch geworden. Darum geht es an Weihnachten. Wir müssen uns erinnern: Der Evangelist Matthäus schreibt etwa im Jahr 50 nach Christi Geburt. Und er will den neuen jungen Christen, die vielleicht erst vor Kurzem zur christlichen Gemeinde gestoßen sind, das Entscheidende von dem Messias Jesus Christus sagen. Er sagt ihnen, in diesem Jesus von Nazareth hat sich erfüllt, was der Prophet Jesaia vor Jahrhunderten vorausgesagt hat: Eine Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären. Matthäus will in seinem ganzen Evangelium nicht Historie schreiben, sondern aufzeigen, wie Heilsgeschichte geht. Im Zentrum des heutigen Textes aber steht Josef. Er wird überrascht, als er sieht oder hört: Seine Braut ist schwanger. Er will ihr wohl. Ist nicht ärgerlich, sondern will sie ganz still und schweigend verlassen. In einem Traum erscheint ihm ein Engel. Dieser sagt ihm, er solle seine Braut zu sich nehmen. Das heutige Evangelium zeigt uns vor allem Josef, den Mann, der schweigt und gehorcht. Er ist dem heutigen kritischen Menschen fremd geworden.
Wir aber bleiben wohl dennoch hängen an der Frage: Wie kann denn ein Mensch vom heiligen Geist gezeugt werden? Ich kann nur sagen: Gottlob ist vor kurzem ein Jesuitenheft zum Thema „Wunder“ erschienen. In ihm war auch ein kurzer Aufsatz über Wunder, der mich besonders ansprach. Unsere bisherige – auch katholische – Vorstellung von Wundern war nicht richtig. Ein Wunder ist keine Durchbrechung von ewigen Naturgesetzen. Je weiter wir wissenschaftlich voranschreien, umso mehr erkennen wir, dass es keine absolut immer und überall geltende Naturgesetze gibt. Wir können nie sagen: Dies oder jenes kann nicht eintreten, weil es ewigen Gesetzen widerspricht. Sie lassen diese Ausnahme nicht zu. Wir können also bei erstaunlichen Fakten nicht sagen: Hier hat Gott eingegriffen. Der Fachmann schreibt in dem Aufsatz „Ein Wunder ist eine Überraschung, die mich dazu bewegt, Gottes Liebesweisheit anzuerkennen“. Für mich persönlich ist das größte Wunder, das ich kenne: Dass die Botschaft Jesu, die Botschaft von Mariens Kind nach Jesu Tod nicht untergegangen ist. Sie ist nach seinem Tod aus Liebe erst richtig aufgegangen. Das ist ein Wunder. So sehr die Anhänger Jesu verfolgt wurden, umso mehr ist ihre Zahl gewachsen. Sanguis martyrum – semen Christianorum. Und die Botschaft Jesu lebt bis heute. Die heutigen Märtyrer in aller Welt halten die Botschaft am Leben. Am Anfang aller Wunder steht der stille Gehorsam des Josef und die Worte Mariens „Siehe ich bin eine Magd des Herrn“. Gerade stiller Gehorsam kann Wunder wirken.
Lesung aus dem Propheten Jesaia, Kap. 7, 10-14
In jenen Tagen sprach der Herr zu Ahas und sagte: Erbitte dir ein Zeichen vom HERRN, deinem Gott, tief zur Unterwelt oder hoch nach oben hin! Ahas antwortete: Ich werde um nichts bitten und den HERRN nicht versuchen. Da sagte er: Hört doch, Haus Davids! Genügt es euch nicht, Menschen zu ermüden, dass ihr auch noch meinen Gott ermüdet? Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau hat empfangen, sie gebiert einen Sohn und wird ihm den Namen Immanuel geben.
Fürbitten
Herrn Jesus Christus, wir bitten dich für die vielen Familien, in denen jetzt Weihnachten gefeiert wird, wo aber die Eltern ihren Kindern nichts von Jesus sagen und erklären können. Schenke ihnen Verkündiger, die ihnen die frohe Botschaft richtig vermitteln. Christus höre uns.
Herr Jesus Christus, wir bitten dich um Frieden für die Ukraine. Schenke den Menschen wenigstens einige Tage der Ruhe und des Friedens. Christus höre uns.
Herr Jesus Christus, wir bitten dich für die Menschen im Gazastreifen. Durch diesen Landstrich sind Maria und Josef mit dem Jesuskind nach Ägypten geflohen. Schenke den dortigen Menschen den ersehnten Frieden. Christus höre uns
Herr Jesus Christus, gib den politisch Verantwortlichen in aller Welt Deinen heiligen Geist. Lass sie erkennen, dass sie eines Tages für alles, was sie getan haben, Verantwortung übernehmen müssen. Christus höre uns
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Falls Sie noch ein Weihnachtsgeschenk suchen, so käme vielleicht so etwas in Frage. Bitte aber nicht bei mir bestellen, sondern im Buchhandel.

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