Immer wieder begegnet mir der Indianer, der sich wundert, warum die Leute in den U Bahnschacht gehen, wo doch oben die Sonne scheint und die Vögel singen.
Da ist zunächst der Herr Putin und sein Volk. Die glauben ernsthaft, dass Territorialgewinn in Zeiten des Internets noch den gleichen Stellenwert hat wie für Katharina die Große. Die aber wäre heute längst als Schlampe geoutet und die ganze Welt würde sich über ihre Reiterei freuen.
Anders ausgedrückt: heutzutage ist mehr Land eher die Gefahr, dass sich dort Separatisten zusammenrotten. Dass dort gemerkt wird, dass Demokratie vielleicht doch besser wäre. Diese Gefahr ist so groß, dass es für Diktatoren aller Art einfach ratsam wäre, ihr Territorium nicht auch noch zu vergrößern. Mag er also seine Krim und mögen die Krimer ihren Putin haben: Diktatoren werden gerade überall und mittelfristig von innen beseitigt. Die Größe ihres Reichs spielt dabei keine Rolle.
Und dann ist da diese seltsame GroKo. Und der Steuerbetrug.
Die begreifen nicht, dass in digitalen Zeiten, mit den richtigen Regulierungen, Steuerbetrug einfach nicht mehr möglich ist: man muss einfach nur den Banken auferlegen, jede Überweisung ins Ausland bei einer Geldwaschbehörde anzumelden. Die prüft dann, ob die Kohle versteuert ist und fertig. Wer's aber trotzdem versucht, besucht Uli Hoeneß. Denn raus kommt's in diesen vernetzten Zeiten immer.
Sich selbst, als Staat, in strafbare Gefilde zu begeben, indem man z.B. Steuer CDs kauft oder Straffreiheit verspricht, ist alter Blödsinn von gestern. Solche Dinge erledigt man heute durch gesetzliche Eingriffe in den Datenverkehr, also durch Regulierung.
Howgh, ich habe gesprochen.
Michael Maresch
