Es ist nicht mehr zu fassen, welches Anspruchsdenken in der heutigen Gesellschaft vorherrscht. Teurer Schatten, so heißt es im Sendlinger Anzeiger vom 20. Juli 2016. Da werden Forderungen aufgestellt, die einem die Haare zu Berge stehen lassen. Da fordern Anwohner wie auch sonstige Bürger, dass auf dem Bahndeckel auf dem Quartiersplatz Theresienhöhe drei Sonnenschrirme aufgestellt werden, wovon einer 30.000 Euro kostet. Ja, gehts noch, Ihr verzogenen Anspruchssteller? Nur weil es an sonnigen Tagen dort heiß ist, soll die Stadt München dort für Unzufriedene Bürger und Anwohner riesige Schattenspender installieren?
 
Demnach kann man darauf warten, dass weitere Forderungen an das Baureferat herangetragen werden, nämlich die Bürgersteige, öffentlichen Plätze oder auch die Isarauen mit riesigen Sonnenschirmen auszustatten. Von sonstigen Spielplätzen, Straßenkreuzungen oder öffentlichen Freiplätzen noch gar nicht gesprochen.
 
Es gibt eine ganz einfache Lösung: Wem es zu heiß ist, soll entweder daheim in seiner Wohnung bleiben, oder sich ein anderes schattiges Fleckerl in München aussuchen. Ich kann mich gut daran erinnern, dass wir beim Familienausflug an warmen oder heißen Tagen ganz einfach unseren eigenen Sonnenschirm mitgebracht haben.
Es sei einmal die nüchterne Frage gestellt an diese Anspruchsdenker, wer solche Maßnahmen finanzieren soll? Würde man an diese Anspruchsfantasten mit dem Ansinnen an sie herantreten, für jeden Besuch an dieser Stelle ein Eintrittsgeld zu verlangen um die Kosten zu decken, würden diese Typen schnellstens auf den Anspruch oder den Besuch an besagtem Gelände verzichten. Es würde sicherlich das Argument kommen: "Na ja, so oft ist es ja gar nicht so heiß, dass man das bräuchte!"
 
Mal Hand aufs Herz: "Haben wir in München wirklich so immens heiße Tage?" Man kann alles übertreiben. Ich würde genau diesen Typen einmal die armselige Zeit nach 1945 wünschen, zumindest ein halbes Jahr lang. Vieleicht würde dann so mancher Zeitgeist für eine bestimmte Zeit lang etwas bescheidener, es würde sich sicherlich wieder klar abzeichnen, was wichtig und lebensnotwendig ist, und was nicht.
 
Alois Sepp

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