Die energiepolitische Kehrtwende nach Fukushima erwischte die Versorger kalt. Vor dem Bundesverfassungsgericht fordern Eon, RWE und Vattenfall eine Entschädigung. Es geht um Milliarden. Die großen Energiekonzerne haben vor dem Bundesverfassungsgericht ihren Anspruch auf Schadensersatz in Milliardenhöhe für den deutschen Atomausstieg untermauert.

Die Lasten dieser politischen Entscheidung müssten solidarisch von der gesamten Gesellschaft getragen werden, forderte Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen in Karlsruhe zum Auftakt der zweitägigen Verhandlung. „Es geht am Ende um eine faire Entschädigung.“ Atomkonzerne fühlen sich enteignet, heißt es!
 
So, so, werte Konzern-Manager, Sie fühlen sich also enteignet. Wie müssen uns denn dann wir als Stromkunden fühlen, denen Sie in trauter Gemeinsamkeit insgesamt jahrelang in die Tasche gegriffen haben? Sie allesamt haben keinerlei Gewissenbisse gehabt, indem Sie unter den fadenscheinigsten Vorwänden uns eine Preiserhöhung nach der anderen präsentierten, obwohl der "Atomstrom" für Sie in der Erzeugung der preiswerteste war.
 
Jetzt plötzlich fällt Ihnen ein, dass die gesamte Gesellschaft in "solidarischer Weise" zur Kasse gebeten werden soll. Wir Stromkunden und Verbraucher haben auch keine Möglichkeit, dass die Gesellschaft in solidarischer Weise für unsere Mindereinnahmen aufkommen soll. Hoffentlich lassen sich die Verfassungsrichter nicht genauso einlullen wie die Kaste der Politiker!
 
Alois Sepp


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