Politiker in der EU haben zurückhaltend auf den überraschend klaren Wahlerfolg der Konservativen in der Türkei reagiert. So begnügte sich die Brüsseler Kommission mit einer knappen Stellungnahme, in der es unter anderem hieß, man werde mit der künftigen türkischen Regierung "in allen Bereichen zum Wohle der Bürger zusammenarbeiten". Präsident Tayyip Recep Erdogan und seine siegreiche AKP wurden in der kurzen Erklärung nicht einmal erwähnt.
"Wir werden die Krise nicht ohne die Türkei bewältigen können. Und deswegen sitzt Erdogan jetzt am längeren Hebel. Wir müssen so oder so mit ihm reden, wenn dieser Flüchtlingsstrom beendet werden soll. Er werde der EU in der Flüchtlingspolitik nun seine Bedingungen diktieren, so die Bundestagsvizepräsidentin, Claudia Roth. Sie sprach von einem "rabenschwarzen Tag für die Türkei".
Wir dürfen gespannt sein, was sich der Diktator so alles ausdenkt. Vor allem dürfen wir gespannt darauf sein, wie sich die EU-, sowie unsere Bundespolitiker auf der Nase herumtanzen lassen.
Alois Sepp