AZ vom 20.01.2015, Seite 30, Titel "Meist rücksichtsvoll"
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Nichtraucherschutz in allen Ehren, das ist klar, bin ich sogar sehr dafür. Aber es geht dann doch enorm zu weit, was sich die Gesundbeter so einbilden. Um keinen falschen Eindruck zu hinterlassen, ich selbst bin auch Nichtraucher. Dass man im Hinblick auf ein ordentliches Nebeneinander den Mitmenschen gegenüber etwas Nachsicht walten lassen muss, ist klar. Es müsste jedem mit einem gesunden Menschenverstand einleuchten.

Es gibt zugegebenermaßen eine bestimmte Anzahl von Rauchern, Kettenrauchern und Dauerqualmern. Gemessen an der Anzahl der rücksichtsvollen Raucher ist dies aber die Minderheit. Genausogut können wir uns auf unseren Balkonen über den massiven Straßenlärm, den von Zeit zu Zeit ausgestoßenen Ruß, sowie das Gegröle der Besoffenen beschweren. Sind wir doch in allernächster Nachbarschaft mit drei Lokalen gesegnet. Auch wir können sagen, dass der Balkon uns gehört, können uns aber in der wärmeren Jahreszeit kaum am Balkon aufhalten. Da würde ich lieber noch Zigarettenqualm als zumutbar bezeichnen, als Dreck, Krach und Ruß!
 
Diejenigen Nichtraucher, die das Recht nur auf ihrer Seite haben wollen, bedenken aber in absolut keiner Weise, dass unser heutiges Leben mehr als überstrapaziert wird von Maßregelungen. Es sollte aber auch nicht vergessen werden, dass die Zwänge, die uns durch den Beruf zwangsläufig auferlegt werden, mit Sicherheit noch viel schlimmer sind, als der Zigarettenrauch, der sich ja sowieso ganz massiv mit der Umgebungsluft in Kombination mit fast ganzjährigem Wind verdünnt.
 
Also auch hier ein kleines bisschen mehr Rücksichtnahme seitens der Nichtraucher.
 
Alois Sepp

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