Da braucht sich die katholische Kirche nicht über massenhafte Abwanderung wundern, wenn sie noch an so alten Zöpfen hängt und Mitarbeiter in ihren eigenen Einrichtungen zum Kuckuck jagt, nur weil ein katholischer Angestellter nach einer Ehescheidung sich wieder verheiratet.
 
Tut mir sehr leid, es so sagen zu müssen: "Ist es nicht eine Scheinheiligkeit höchsten Ranges", wenn es der kath. Kirche lieber ist, eine zerrüttete Ehe aus Gründen des Moraldenkens aufrecht zu erhalten, einen zweiten und glücklichen Versuch der Wiederverheiratung aber ablehnt? Lieber sollen sich Ehepartner die Köpfe einschlagen und sich zerfleischen, als einen ehrlichen und aufrichtigen Schlussstrich zu ziehen. Von den leidtragenden Kindern, wenn vorhanden, noch gar nicht gesprochen. Dieses Verhalten passt eher in die Steinzeit als in die heutige Zeit. Kein Wunder also, dass so viele Kirchenaustritte zu verzeichnen sind. Das eine ist der verschwenderische Stil der Kirchenfürsten in verschiedenen deutschen Diözesen, das andere sind vorsintflutliches Verhalten gegenüber den modernen Christen.

Laut Bericht von heute begrüßte der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki den Richterspruch des Bundesverfassungsgerichts, es gibt uns Rechtssicherheit sagte er. "Der Beschluss bestätige das kirchliche Selbstbestimmungsrecht bei der Auswahl der kirchlichen Mitarbeiter und bei deren Beschäftigungsbedingungen".
 
Kein Wunder also, dass der kath. Kirche der Nachwuchs ausgeht. Die ehemalige Bischöfin und Ratsvorsitzende Margot Käßmann dürfte vermutlich mit ihrem Wunschdenken fehlschlagen, dass sich die evangelische und katholische Kirche zusammentun um als Gemeinschaft für das Christentum da zu sein.
 
Alois Sepp


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