Abgeordnete fordern Sterbehilfe und hoffen auf eine breite Debatte über dieses sensible Thema. Ich nehme aber an, dass dieses Thema eher lang, breit und Meinungszerfetzend bei unseren Parlamentariern zerredet wird, so wie viele andere Themen auch.

Man kann dieses Thema natürlich mit haarspalterischen Ausflüchten zerreden, man kann, sollte und darf auch darüber verschiedener Meinung sein. Doch jemand, der das quälende Leiden von Angehörigen wie auch Mitmenschen selbst erlebt oder jahrelang erlebt hat, sieht die "Sterbehilfe" in einem anderen Licht. Ich stelle mir ganz einfach für mich selbst vor, ich würde in so einer quälenden und für mich aussichtslosen Lage sein müssen, wäre ich mehr als froh darüber, wenn mein eigener Wille respektiert und mir geholfen wird. Was ist hier in solch einem Fall noch wirklich lebenswert? Auch diese Frage darf getrost gestellt werden. Werden hier nicht sehr häufig seitens bestimmter Lobbyisten zum Nachteil und Last der Betroffenen Entscheidungen getroffen, die mit Respekt und Achtung nicht mehr viel gemeinsam haben?

Es wird all zu schnell immer gesagt, dass Ärzte für das Leben von uns Menschen verantwortlich sind. In vielen Fällen bleibt der persönlich ausgesprochene Wille aus dem Leben scheiden zu dürfen der Betroffenen auf der Strecke. Selbstverständlich gibt es in Einzelfällen Vorkommnisse, die das "weiterleben lassen" rechtfertigen. Es sind aber Einzelfälle. Der Wille tausender Betroffener und alter Menschen aus dem Leben scheiden zu dürfen wird schlichtweg ignoriert. Es ist auch die Pflicht Aller, für seinen Angehörigen ein menschenwürdiges Altern zu garantieren. Also wäre es auch eine legitime Pflicht unserer Ärzte, den jeweiligen Wunsch der Betroffenen zu erfüllen. 
 
Alois Sepp

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