AZ vom 26.08.2014, Seite 31, Titel "Gerechtfertigt"
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Fährt man in München rund um die Wiesn, oben oder unten das ist gleich, kann man das Wachstum der Zelte förmlich sehen. Bald ist es ja wieder soweit und das größte "Volksfest" der Welt, wie immer gesagt wird, öffnet am 20. September wieder die Tore. Als echter Münchner kann man mit Ausnahme der "Alten Wiesn" wirklich nicht mehr bestätigen, dass es ein "Volksfest" sein soll. Alleine schon der Preise und des künstlichen Nepps wegen!
 
Allerdings möchte ich für den Bierpreis eine kleine Lanze brechen. Habe gestern in der Stadt lediglich eine "Radler-Halbe" auf dem Freisitz vor einem ganz einfachen Lokal am Gehsteig gekauft. Schön langsam denken die Gaststätten- und Lokalbetreiber wirklich über die Preise nicht mehr nach. Die gschlamperte "Halbe" kostete sage und schreibe stolze 4,50 Euro. Bedenkt man, dass das meiste nur Wasser ist, kann man sich den echten Gewinn lebhaft vorstellen. Auf der Wiesn, wo man Musik und so manches zur Schau angeboten bekommt, kostet die Maß Bier heuer so viel ich weiß etwas mehr wie 10 Euro. Natürlich ein sehr sehr stolzer Preis, umgerechnet in DM immerhin über 20 DM für nicht mal einen voll eingeschenkten Krug. Ich wollte, meine Rente wäre auch so stolz angestiegen, wie auch beim Otto-Normalverdiener der Verdienst.
 
Rechnet man allerdings hinzu, was der Auf- und Abbau der Zelte, die Platzmieten an die Sadt, Personal, die gesamten Unkosten für Hygiene, Sicherheit und weiß der Kuckuck noch alles kosten, ist der hohe Bierpreis gegenüber einem einfachen Lokal gerechtfertigt.
 
Alois Sepp

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