AZ vom 23.08.2014, Seite 31, Titel "Gesteuert"
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Ich finde es sehr löblich vom Münchener Kreisverwaltungsreferat (KVR), das so genannte aggressive Betteln in der Innenstadt zu verbieten. Mich wundert schon lange, dass hier die Gemeindeverwaltung so lange zugesehen hat, ist doch mehr als bekannt, dass die Bettelei gesteuerte Hintergründe hat. Es wird in den meisten Fällen die Armut mit allerlei fadenscheinigem Beiwerk -Kleinkinder, Hunde, Behinderung und sonstiger Krims-Krams- vorgetäuscht.
Als wacher Bürger unseres Landes stellt man problemlos fest, dass viele der Ärmsten unserer Bevölkerung zu scheu sind, überhaupt zum Sozialamt zu gehen, sich mit noch größerer Scheu und Scham erst recht nicht auf die Straße setzen würden. Wenn man "echte" Not-Betreffende erkennen könnte, würde ich mich nicht scheuen, diesen ein kleine Spende zukommen zu lassen.
 
Nun regt die Rathaus-CSU an, die Verbotszone des aggressiven Bettelns auszuweiten. In meinen Augen gehört dies gänzlich in München untersagt, nicht nur in bestimmten Bereichen. Vebietet man dieses Tun in verschiedenen Bereichen, weitet es sich automatisch aus, es wird nur "verlagert". Laut Bericht ist das "stille" Betteln noch erlaubt. Ich frage mich aber, was ist das "stille" Betteln? Still ist auch, wenn die Kinder, die Tiere oder der Bettler selbst keinen Laut von sich geben, also ist es doch wieder erlaubt! Was hilft hier ein Verbot, meines Erachtens ist es nur ein "Scheingefecht"!
 
Alois Sepp

Nachbemerkung nach heutigem Innenstadtbesuch:

Ich kann nichts von dem angeblichen Verbot, bzw. der Beachtung des Bettel-Verbots feststellen. Die Bettler rund um die Heilig Geist Kirche sind nach wie vor da, deren Saufbecher stehen leergesoffen mitten am Gehsteig, die Schlaflager und das gesamte Geraffel liegt ebenfalls neben der Kirchenmauer.
 
Frage an das KVR: Was nutzt das Ganze, was nutzt ein Verbot, wenn die trotzdem machen dürfen was sie wollen?

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