In der AZ wurde von Redakteurin Tina Angerer ein sehr bemerkenswerter Beitrag eingestellt, der den wirklichen Tatsachen in unseren Alten- und Pflegeheimen entspricht. Den Angehörigen von Pflegebedürftigen, fällt die Entscheidung hinterher manchmal sehr schwer die sie zu Gunsten Pflegebedürftiger getroffen haben, oder umständehalber treffen haben müssen. Die Heime insgesamt, allen voran aber auch leider die Kirchlichen, drängen nur noch darauf, dass die Bewertungsnote durch den Medizinischen Dient möglichst gut ausfällt. Mit dieser Note wird immer wieder und verstärkt geworben. Diese Note, die aus vielen anderen Einflüssen zustande kommt, hat mit der wirklichen "Pflege" nichts mehr gemeinsam. Bei der Suche nach einer "geeigneten" Unterkunft für die Pflegebedürftige Person sollte nicht nur die schön eingefärbte Broschüre mit der guten Bewertungsnote betrachtet werden.
 
Leider ist es an der Tagesordnung, dass durch den gesetzlich vorgegebenen Pflegeschlüssel der Personalstand nur rein theoretisch erreicht ist. Dies bedeutet, dass bei der geringsten Ungereimtheit im Personalbereich das Personal gar nicht mehr in der Lage ist, sich so um die Pflegbedürftigen zu kümmern, als es sein müsste. Es wäre schon aus moralischen Verpflichtungen heraus erforderlich, den Pflegebedürftigen die Wertschätzungen zukommen zu lassen, die sie auch verdient haben. Hinzu kommt, dass die heutigen Preise in all den Heimen alles andere sind als erschwinglich. Auch aus diesem Grunde heraus, die Leistung zu erbringen für die der Bewohner auch sein gutes Geld entrichtet. Jedes Haus müsste mit allem Nachdruck dafür zu sorgen, dass der Pflegebedürftige auch das bekommt was er benötigt. Alles andere ist in meinen Augen genau so verwerflich wie eine Steuerhinterziehung.
 
Betrachtet man die leider an der Tagesordnung vorzufindenden Zustände in unseren Heimen, kann man nur noch sagen: "Der blanke Horror, in so einem Zustand verweilen zu müssen!"
 
Alois Sepp

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