Kanzlerin Merkel hat die Ukraine in Meseberg ungewöhnlich scharf kritisiert. Fürchte fast, dass Präsident Janukowitsch vor Schreck fast in die Hose macht, wenn Merkel etwas lauter bellt, oder im anderen Falle unser Außenminister den ukrainischen Botschafter ins auswärtige Amt einbestellt.
Wegen des gewaltsamen Vorgehens gegen die Opposition in Kiew hat die Bundesregierung den ukrainischen Botschafter in Deutschland, Pawel Klimkin, einbestellt. Außenminister Frank-Walter Steinmeier bat den Diplomaten zum Gespräch ins Auswärtige Amt. Ein Ende der Gewalt ist derzeit jedoch nicht absehbar.
Regierungssprecher Steffen Seibert verurteilte abermals die Anwendung von Gewalt durch die Sicherheitstruppen von Präsident Janukowitsch. "Wir haben große Sympathie mit der überwältigenden Mehrzahl der Demonstranten, die gewaltfrei und friedlich ihre Bürgerrechte einfordern", sagte Seibert. Klar sei aber, "dass es auch gewaltbereite Demonstranten gibt."
Nach den enttäuschenden Gesprächen zwischen Regierung und Opposition am Donnerstagabend reagierte Vitali Klitschko unterdessen äußerst drastisch. "Janukowitsch hat uns verarscht", sagte der Oppositionspolitiker laut "Bild"-Chefreporter Paul Ronzheimer auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew.
Alois Sepp