Es ist nicht nur fünf nach zwölf, sondern schon weiter, war der Titel eines Beitrags von mir am 23.8.2013. Diesen Beitrag habe ich an diverse Zeitungen für die Leserbriefseite versandt. Keine der Münchner Zeitungen hat diesen Brief auch nur auszugsweise abgedruck, noch viel weniger insgesamt. Als gesellschaftlich interessierter Bürger stellt man immer wieder fest, dass mitunter diverse Pflege-Missstände abgedruckt werden, jedoch nur, wenn sie von namhafter Stelle geschrieben sind. Es wird aber strikt versucht, möglichst keine Institution beim Namen zu nennen, es könnte ja Folgen haben!
Ich selbst habe fast 25 Jahre in einer großen Senioreneinrichtung meinen Dienst verbracht und kann solche Missstände sehr wohl beurteilen und auch erkennen. Die Heimleitungen verstecken sich allesamt meist nur hinter BWL-Zahlen, hinter dem so genannten Pflegeschlüssel den ihre Häuser erfüllen, jammern über zu hohe Kosten. Komischerweise bezahlt jeder Pflegebedürftige Alte in einem Durchschnittsheim im Minimum knapp 3.500 Euro pro Monat. Es wird in besagten Häusern fast alles abgeschafft, was nicht den BWL-Richtlinien und -vorgaben (Betriebs-Wirtschaftliche-Richtlinen) entspricht. Da wird auf notwendige technische Reparaturen verzichtet, da wird Personal gekürzt, da werden beim Personal die Stunden und somit die Bezüge gekürzt -bei gleicher Arbeit, versteht sich-, die Pflegehilfsmittel des Hauses werden auf das Allernotwendigste zusammen gestrichen, alles was der Pflegebedürftige braucht wird nur hergenommen wenn es von der Kasse oder den Angehörigen beigebracht wird, selbst bei Servietten und Hygienetüchern wird gespart. Und dies alles, bei immer weiter steigenden Preisen in den Einrichtungen.
Genau diese Generation, die Deutschland z.T. nach zwei Weltkriegen wieder mit aufgebaut und das so genannte "Wirtschaftswunder" in unserem Lande mit ihrer Hände Arbeit vollbracht haben, wird so schäbig behandelt. Ja, einige junge Politiker erdreisten sich ja wie z. B. Philipp Missfelder, unsere altverdiente Generation mit nachstehenden Titeln zu belegen: "Den Alten keine Hüftoperationen mehr zukommen lassen","Die Alten sollen das Tafelsilber abgeben", "Die nicht sterben wollenden 100-jährigen"! Leider ist dies kein Einzelfall. In Presse, Funk und Fernsehen wird oft genug von den so klug daherredenden Jüngeren darüber gejammert, dass uns die "Alten nur viel Geld kosten"! Dass aber auch wir als Jüngere und im Arbeitsprozess befindlichen auch in früheren Zeiten für die ältere Generation aufgekommen sind, will man nicht wahr haben. Wir hatten noch Respekt vor dem Alter. Auch wir damals Aktiven hatten weiß Gott kein Geld zu verschenken und so lose in der Tasche, unsere Verdienste waren weiß Gott nicht hoch, auch wir mussten hinten und vorne sparen! Es wird schlichtweg verschwiegen, dass die Rentenkassen von der Politik seit 1957 immer wieder massiv geplündert wurden, es wird schlichtweg verschwiegen, dass wir Familien damals nicht ein einziges Auto, denn geschweige erst mehrere hatten, es wird schlichtweg verschwiegen, dass wir zu unserer Zeit nicht zwei- oder dreimal im Jahr in der ganzen Welt in Urlaub geflogen sind.
Genau von dieser Generation rede ich heute, genau diese Generation wird so abfällig, schäbig und geringschätzig behandelt. Genau diese Generation, die ihre wirkliche Lebensleistung zu Gunsten von uns Jüngeren erbracht hat und heute auf unsere Hilfe angewiesen ist, wird so menschenverachtend behandelt. Leider Gottes unter dem großen Vorzeichen des Kreuzes und der Nächstenliebe. Ausgerechnet die kirchlichen Einrichtungen gehen mitunter mit schäbigstem Beispiel voran, was die ihnen anvertrauten Hilfsbedürftigen betrifft. Für sich selbst ist das Beste gerade gut genug. Ich brauche nur die Vorkommnisse im vergangenen Jahr betrachten, wie z.B. Limburg oder München, um nur zwei Beispiele zu nennen.
Ja, für die verdiente Generation hat man nie Geld, sie wird geschröpft: Kann sichs jemand nicht leisten, wird der Staat als Gelddruckanstalt verwendet, nur um die Kosten im eigenen Hause zu konsolidieren. Lieber wird Geld für marode Banken, für misswirtschaftende Staaten oder für allerlei Entwicklungshilfen weit außerhalb unseres eigenen Landes ohne Gegenleistung verschleudert. Unsere Politiker als Hauptverantwortliche für sehr viele Missstände im eigenen Land, haben jeglichen Bezug zur Realität verloren.
Da finde ich es gut, wenn mal jemand solche Missstände aufgreift, anprangert und dagegen Klage erhebt. Wir Normalbürger können uns leider solche Verfahren finanziell nicht leisten!

Alois Sepp

Teilen, Hinweis der Redaktion, Kommentieren und Bewerten in den sozialen Netzwerken und in der Bürgerredaktion:

Keine Kommentare