Das Stadtklinikum in München sorgt in unschöner Regelmäßigkeit für Hiobs-Botschaften. Die jüngste: Wenn die Betriebsergebnisse sich nicht verbessern, ist das Klinikum bereits in zwei Jahren zahlungsunfähig - obwohl der Stadtrat erst im vorigen Jahr 200 Millionen Euro reingebuttert hatte. So wird von der AZ am Wochenende 26./27.10.2013 berichtet.
Richtige oder falsche Wachstum-Prognosen zugrunde gelegt oder nicht, bei dem umständlichen und zeitraubenden Nebeneinandergewurstle in unseren Krankenhäusern, bei den uralt geltenden Verkrustungen zwischen den einzelnen Abteilungen, absolut kein Wunder. Würden sich auch im Gesundheitssystem endlich einmal ordentliche Fachleute über wirtschaftliches Handeln innerhalb der einzelnen Krankenhäuser wie auch im Zusammenspiel der Krankenhäuser insgesamt Gedanken machen, wäre das System sicherlich effizienter, schneller und ergiebiger. Man müsste nicht immer nur an Personalkürzungen herumdoktern, die ohnehin nur zu Lasten der Patienten, der Mitarbeiter und Sicherheit wie Hygiene gehen.
Das unwirtschaftliche, bürokratische und Geld verschlingende Hin und Her kann man bei vielen Krankenhausbesuchen als Besucher und Betroffener unschwer feststellen. Ein Zettel hier, ein Zettel dort, ein Auftrag hier, ein Auftrag dort, ein Geschiebe von einer Untersuchung zur anderen mit vielen Wartezeiten dazwischen ist leider an der Tagesordnung. Hat man einen Termin, dauerts ja bei der Anmeldung schon so lange, weil sich häufig erst ab diesem Zeitpunkt Gedanken darüber gemacht werden, wo man den Patienten hinsteckt.
Hat man dann endlich einmal das Patientenzimmer erfolgreich erlangt, kommen diverse Personen und nehmen diverse Daten, evtl. Krankengeschichte oder sonst was auf. Es werden viele Fragen mehrfach von den ankommenden Personen erfragt, die eigentlich alle schon im Aufnahmebogen drin stehen. Alle diese Erscheinungen sind leider täglicher Alltag in unseren Krankenhäusern. Wie soll sich hier eine Effizienz ergeben? Das gleiche gilt natürlich auch für die unterschiedlich eintreffenden Ärzte in einem Klinikum. Man hat als Betroffener wirklich das Gefühl, dass das Lesen der Patientenakte ein unmögliches Unterfangen darstellt, man hat leider das Gefühl, dass fast jeder vor sich her- oder nebenher wurstelt! Kann das Effizient sein? Fazit: Das Gesundheitssystem, die Kassen und sonstige Kostenträger bezahlen für das vermeidbare Wirrwarr mit immer höheren Kosten.
Es wird immer wieder an der Makulatur herumgedoktert, der Rotstift immer nur an personellen Elementen angesetzt, das Übel nicht an der Wurzel angepackt.

Alois Sepp

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