AZ-Wochenendausgabe 19./20.10.2013, Leserforum Seite VI, Titel: "Misere"
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Laut Internetmeldung unter dem Titel: "warum-zahlt-der-staat-eigentlich-die-bischofsgehälter" ist zu lesen, dass der deutsche Staat seit Gründung der Bundesrepublik im Jahre 1949 an die christlichen Kirchen (katholisch und evangelisch) insgesamt 14,8 Milliarden Euro gezahlt hat. Darunter ist auch zu verstehen, dass der Staat für Bischöfe, Erzbischöfe, Weihbischöfe oder Domvikare die Gehälter zahlt. Die Begründung der Zahlungen liegt bereits mehr als 200 Jahre zurück. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts haben die Kirchen zahlreiche Güter, Klöster und Ländereien im Zuge der Säkularisierung an den Staat verloren. Religionsgemeinschaften erhalten quasi dieses Geld als Entschädigung. Ist dies heute noch zeitgemäß? Rechnet man die vielen Beträge zusammen, dazu zählen auch die Kirchensteuern, sind die so genannten "Enteignungen" längst abgegolten. Immerhin beläuft sich die Kirchensteuer laut Bericht für die evangelische und katholische Kirche alleine nur für das Jahr 2010 knapp 9,2 Milliarden Euro. Es ist anzunehmen, dass für die Folgejahre 2011 bis 2013 die Beträge nicht geringer sind. Für die Jahre vorher entnahm ich aus einer Übersichtstabelle der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fo/w/i/d) für die Jahre 1968 bis 2007 eine Summe von rund 249 Milliarden Euro.
Die so genannte Masse der Enteignung, also der Wert der "enteigneten" Güter insgesamt kann gar nicht so hoch sein, wie die Kirchen heute noch aus Steuermitteln des Staates und der Kirchenmitglieder profitieren. Aus diesem Grunde wird es allerhöchste Zeit, dass sich unsere Spitzenpolitiker auch hierüber einmal intensive Gedanken machen. Es ist nicht einzusehen, dass wir Steuerzahler die überaus üppigen Gehälter der Kirchenoberen tragen, die zwangsweise vom Staat einbehaltene Kirchensteuer abführen, darüber zusätzlich noch das alljährliche Kirchgeld der jeweiligen Pfarrgemeinde aufzubringen haben. Die jüngste Misere und Verschwendungssucht des Limburger Protz-Bischofs, wie auch diverse Residenzen und Paläste der anderen Kirchenfürsten geben dazu wahrlich Grund und Anlass zum Nachdenken.
Alois Sepp
Kirchengelder in Deutschland noch zeitgemäß? (gedruckt)
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- Geschrieben von: Handwerksmeister Alois Sepp
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